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Eiopa überprüft Ultimate Forward Rate

19.10.2016 – Die europäische Aufsichtsbehörde Eiopa will die Ultimate Forward Rate von 4,2 auf 3,7 Prozent senken. Dadurch wird den Versicherern die Abzinsung ihrer Rückstellungen erschwert. Welche Auswirkungen die Absenkung haben wird, überprüft die Behörde derzeit.

Klar ist für Eiopa-Chaf Gabriel Bernardino, dass die Ultimate Forward Rate (UFR) sinken muss. Damit modelliert Eiopa im Rahmen von Solvency II die langfristigen Zinsen, für die es am Markt keine Preise gibt. Die UFR ergibt sich aus dem Inflationsziel der EZB (derzeit zwei Prozent) zuzüglich einer langfristigen Realzinserwartung. Für Versicherer ist eine hohe Zinskurve von Vorteil, weil dann zukünftige Zahlungen mit einem höheren Zinssatz diskontiert werden.

Man sei zu der Überzeugung gekommen, dass die derzeitige UFR von 4,2 Prozent nicht mehr realistisch ist, merkte Bernardino gestern an. Sie ist im Rückblick auf die letzten hundert Jahre festgesetzt worden, die von einem kräftigen Wirtschaftswachstum geprägt waren. In der Realität hat die Kurve nie die 4,2 Prozent erreicht. Eine Korrektur wäre also angemessen.

Unklar ist bislang, wie stark die Auswirkungen auf die Versicherer sind. Es sind vor allem die Lebensversicherer betroffen und in geringerem Ausmaß die Haftpflichtversicherer. Generell hält man eine Absenkung der UFR in der Branche für verkraftbar. Doch angesichts der ohnehin angespannten Lage der Lebensversicherer ist die Senkung UFR eine weiterer Tropfen im Fass. Eiopa will jetzt prüfen, ob die Belastung zu hoch ist. Ende Januar wird sie das weitere Vorgehen bekanntgeben. (ba)

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