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Eiopa-Pension: Quadratur des Kreises wird nicht gelingen

08.09.2015 – Alexander_Erdland_GDVUnter dem Blickwinkel der Vertriebe betrachtet, überwiegen die Chancen des paneuropäischen Pensionsproduktes die Risiken. Davon ist Versicherungsexperte Marco Arteaga überzeugt. Denn immerhin “öffnet ein paneuropäisches Produkt PEPP gerade den deutschen Anbietern ganz unmittelbar die europäischen Märkte.” Auch GDV-Präsident Alexander Erdland sieht in dem Produkt ein spannendes Projekt.

“Wenn es gelingt, ein Vorsorge-Produkt zu schaffen, das die Anforderungen an eine gute Altersvorsorge auf einen gemeinsamen europäischen Nenner bringt – das wäre ein schöner Sprung nach vorne”, sagt Alexander Erdland zum Pan-European Personal Pension product PEPP, das gestern bei der Eiopa in Frankfurt diskutiert wurde. “Entscheidend ist aber natürlich, dass das Ergebnis ein echtes Altersvorsorgeprodukt ist – die Menschen also am Ende eine lebenslange und stabile Rentenleistung erhalten.”

Marco Arteaga, Rechtsanwalt bei DLA Piper UK und ehemaliger Vorstand bei der Zurich, sieht zwar zentrale Fragen in der Anpassung der vorhandenen Strukturen in den Vertrieben. Doch “da hierzulande seit einiger Zeit bereits das Altersversorgungsgeschäft mit unseren tradierten Produkten deutlich rückläufig ist, könnte so eine Initiative einen sehr erwünschten Nachfrageschub auslösen”, kommentierte er den Vorstoß zu einem paneuropäischen Pensionsproduktes seitens der Eiopa. Arteaga schränkt ein: “Die Quadratur des Kreises wird nicht gelingen. Aber ich denke, dass in Altersversorgungsfragen die absolute Verlässlichkeit, die unbedingte Erfüllung des Leistungsversprechens im Vordergrund stehen muss. Denn wenn ein Mensch den Ruhestand erreicht, dann muss die anvisierte Versorgungsleistung auch da sein.”

Mindestgarantien und Lebenszykluselemente hält er in der Anlage prinzipiell richtig. “Andererseits hat auch eine kollektive, langfristige Kapitalanlage wie in unseren Deckungsstöcken mit entsprechenden Glättungen von Ertrags- und Wertschwankungen eine ähnliche Wirkung. Hier gibt es sicherlich mehrere Wege, die nach Rom führen. Im einen wie im anderen Fall wird man jedenfalls auch über Auffanglösungen nachdenken müssen, die beim Ausfall eines Anbieters greifen könnten.” (vwh/ku)

Bild: GDV-Präsident Alexander Erdland (Quelle: GDV)

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