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Ehrgeizige Ziele motivieren Mitarbeiter zu Höchstleistungen

22.10.2014 – Ziele und deren verbindliche Vereinbarung sind ein sehr wichtiges Instrument der Personalführung, weil sie den Mitarbeitern Orientierung geben. Denn Unsicherheit ist ohnehin ein ständiger Begleiter am Arbeitsplatz. Sind die Ziele ambitioniert, engagieren sich die Mitarbeiter sogar in ganz besonderem Maße, wie neueste Untersuchungen gezeigt haben. Die Ergebnisse der Studie kommentiert Thomas Bittner von der organisationspsychologischen Beratung Organomics im Interview mit VWheute.

VWheute: Welche Haupttrends in der Führungskultur der Versicherungsbranche haben Sie in Ihrer Studie identifiziert?

Thomas Bittner: 1. Den Verantwortlichen fällt so langsam auf, dass Führung einen Unterschied macht. Sie sehen das nicht nur an Mitarbeiterzufriedenheit, Mitarbeiterbeschwerden oder Fluktuation. Sondern sie bemerken, dass die Leistungen der Mitarbeiter unmittelbar mit den Führungskräften zusammenhängen.

2. Es sind goldene Zeiten für Frauen mit Führungsmotivation. Diese werden aktiver gefördert als bislang. Dabei wird der Führungsstil von Frauen durchaus anders wahrgenommen als der von Männern – aber von diesen freilich nicht als unbedingt besser bewertet.

3. Es gibt keinen Versicherer, der in allen Bereichen der Führung gut aufgestellt ist und so etwas wie einen „Leuchtturm“ darstellt. Wie der Führungsstil heißt, der genutzt wird, ist sekundär. Hauptsache ist doch, dass er funktioniert – was allerdings nur wenige direkt messen können; es bleibt beim Bauchgefühl. Die Analyse der Expertendaten zeigt, dass der sog. Transformationale Führungsstil bei den Versicherern zu höherer Führungszufriedenheit, Führungswirksamkeit und Extra-Anstrengung der Mitarbeiter führt. (Siehe auch transformationale-fuehrung.de)

Was folgt daraus für die Unternehmensverantwortlichen?

Immerhin 31 Prozenz der Versicherer in unserer Untersuchung machen bislang keine Mitarbeiterzufriedenheitsbefragung. Das wäre aber ein erster Schritt, um das Thema Führung aus der Mitarbeiterperspektive zu beleuchten. Auf diesen Ergebnissen lässt sich aufbauen. Denn hier werden die Führungskräfte differenziert bewertet.

Wer führen will, der braucht einen Führerschein. Der beste Sachbearbeiter ist nicht zwangsläufig eine gute Führungskraft. Wer Top-Leistung will, der braucht Top-Führungskräfte. Deren Auswahl und Fortbildung sollte sich nicht auf Fachthemen beschränken. Manchmal ist eine Negativselektion gar nicht so schwer. Denn wer keine Menschen mag, der mag auch keine Mitarbeiter.

Die Vorstände sollten sich trauen, den Personalabteilungen häufiger Gehör zu schenken. Die haben das „Ohr am Mitarbeiter“ (nicht nur an den F1ern) und können Führungsnotwendigkeiten und –unterstützung schneller erkennen und einschätzen.

An alle Führungskräfte / Verantwortlichen: Lernt endlich, mit den Stellhebeln „Unsicherheit“ und „Selbstwert“ auf Mitarbeiterseite richtig umzugehen. Das hilft allen Beteiligten.

Fuehrungskultur
(Klicken zum Vergrößern) Grafik: Welchen Stellenwert haben Ethik und Mitarbeiterführung? Quelle: Organomics

Wie lassen sich die Führungsthemen der Zukunft umschreiben?

Die Experten identifizieren folgende wichtige Führungsherausforderungen:

  1. Die Führung der Generation Y (Achtung, Sinnstiftung gefordert!) und Umgang mit dem demographischen Wandel und der Work-Life-Balance.
  2. Die Führung wird mitarbeiterbezogener und gleichzeitig zielorientierter.
  3. Die Veränderung wird zum allgegenwärtigen Begleiter – darauf müssen die Vorgesetzten führungstechnisch reagieren können.

Die Fragen stellte VWheute-Redakteur Alexander Kaspar.

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