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Durchbruch bei Bankenunion – Versicherer halten sich mit Einordnung zurück

20.12.2013 – Die EU-Finanzminister einigten sich jetzt auf Regeln zur Schließung von Krisenbanken. Die Geldinstitute müssen in einen gemeinsamen Fonds einzahlen. Über die Abwicklung entscheidet ein neues Gremium. Eine Umfrage unter den großen Playern der Versicherungsbranche ergab, dass sich die Unternehmen mit einer Einordnung noch zurückhalten. Die Bafin „verfolgt die Entwicklungen mit großem Interesse”, hieß es dort auf Anfrage von VWheute.

Die Bafin sei auf europäischer Ebene in Arbeitsgruppen zu den Themen Sanierung und Abwicklung engagiert. „Diese Themen sind auch für die Versicherungswirtschaft von hoher Bedeutung, allerdings ist der Handlungsdruck nicht vergleichbar zur Bankenwelt, die in ganz anderem Ausmaß von der Finanzmarktkrise betroffen ist”, so eine Sprecherin. In diesem Zusammenhang äußerten die Versicherer, dass sich die Branche in der Finanzmarktkrise als zuverlässiger stabiler Anker auch im Interesse der Versicherten erwiesen habe. Dazu beigetragen hätte die langfristige Kapitalmarktausrichtung der Branche.

Die Europäer sind bei der Absicherung ihrer krisenanfälligen Bankenbranche einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur Bankenunion vorangekommen. Sie einigten sich auf den letzten Pfeiler der Bankenunion, mit der die Schließung von maroden Banken organisiert werden soll. In der Finanzkrise hatten die EU-Länder 1,6 Billionen Euro für die Rettung von Geldhäusern ausgegeben. Künftig sollen die Banken selber für die Kosten der Bankenschließung aufkommen. Dafür ist ein Fonds vorgesehen, der über zehn Jahre hinweg mit Bankengeldern in Höhe von 55 Mrd. Euro aufgebaut werden soll. Ob und wie Banken abgewickelt werden, entscheidet ein neues Gremium, dem unter anderem Vertreter der Mitgliedstaaten angehören. Die EU-Kommission prüft die Entscheidungen und kann Einspruch einlegen. Das letzte Wort haben die EU-Finanzminister.

Der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, Georg Fahrenschon, sieht in der Einigung der EU-Finanzminister „ein gutes Signal für die Sparer”. Generell plädiert Fahrenschon vor dem Hintergrund der Fragestellung, ob der Fonds mit 55 Mrd. Euro ausreichend groß ist, dafür, „den Teich der Löschmittel nicht immer größer werden zu lassen”. Es sei eine Diskussion notwendig, „dass wir die Banken kleiner machen”. (vwh)

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