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Dreifach-Aufruf Richtung EZB: “Sparer nicht weiter bestrafen”

03.06.2014 – euro-muenzeIn einer gemeinsamen Presseerklärung des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR), des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) und des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) fordern die drei Verbände im Vorfeld der nächsten Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) am 5. Juni in Frankfurt eine behutsame Wende in der Geldpolitik. Befürchtet wird eine weitere Zinsabsenkung, mit Folgen für Sparer wie für die Kreditinstitute selbst.

Zusätzliche geldpolitische Lockerungen wären gefährlich für die Spar- und Stabilitätskultur, erklären die Präsidenten des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR), des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) und des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

Statt weiterer Zinssenkungen sprechen sich die Verbände für die konsequente Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit in Europa aus. Nur so komme die Kreditvergabe in wachstumsschwächeren Ländern wieder auf Touren. Die EZB solle sich nicht an Experimenten wie einem negativen Einlagenzins versuchen. „Ein in der EU noch nie dagewesener Strafzins würde die Kreditvergabe nicht beleben“, warnt BVR-Präsident Uwe Fröhlich. Er könne die Konditionen für Kreditnehmer sogar verschlechtern. „Die Medizin würde keine Wirkung zeigen. Die Risiken und Nebenwirkungen wären dagegen umso größer“, sagt Fröhlich. Eine Erleichterung der Refinanzierungsbedingungen für zu hoch verschuldete Staaten und Banken durch Niedrigzinsen sei nicht Aufgabe der EZB.

Unwägbare Risiken sehen die Genossenschaftsbanken, Sparkassen und Versicherer auch in dem Versuch, durch geldpolitische Maßnahmen den Wechselkurs zu beeinflussen. Das gehöre ohnehin nicht zu den Aufgaben der EZB.

Leidtragende der Politik der niedrigen Zinsen sind nach Auffassung der Verbandspräsidenten vor allem die Sparer. „Die anhaltende Niedrigzinspolitik beschädigt die dringend notwendige Altersvorsorge. Sie fördert Kapitalfehlleitungen, bepreist Risiken falsch und schafft gravierende Stabilitätsgefahren“, sagt DSGV-Präsident Georg Fahrenschon. Gerade die Menschen in Deutschland legten ihr Geld traditionell sicher an und litten daher besonders unter den Niedrigzinsen.

Die Verbände sehen mit Sorge, dass die Sparquote in Deutschland zurückgeht: „Die Menschen leben immer länger, doch die gesetzliche Rente leistet immer weniger. Deshalb muss gerade die junge und mittlere Generation vermehrt privat vorsorgen“, betont GDV-Präsident Alexander Erdland. Die lockere Geldpolitik setze gefährliche Fehlanreize: „Weniger Sparanstrengungen bei gleichzeitig niedrigen Zinsen reißen massive Lücken in der Altersversorgung künftiger Rentner“, warnt Erdland. (vwh)

Links: Sparer nicht weiter bestrafen, GDV/Kreditinstitute und Versicherer fordern behutsame Wende in der Geldpolitik, Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR)

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