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Die volle Rente mit 63 ist Männersache

21.02.2014 – rentnerAuf Seiten der Opposition sieht man der abschlagsfreien Rente mit 63 Jahren nach 45 Versicherungsjahren mit gemischten Gefühlen entgegen. Diese könnte eine überversorgte, zumeist männliche Frührentner-Generation schaffen. Wie das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) auf eine Kleine Anfrage des grünen Bundestagsabgeordneten Markus Kurth jetzt mitteilte, könnten zum Start der Rente mit 63 diese rund 200.000 Personen in Anspruch nehmen. „Davon sind schätzungsweise etwa ein Viertel Frauen“, schreibt BMAS-Staatssekretär Jörg Asmussen in seiner Antwort.

Und die Frührentner können mit einem deutlich über dem Durchschnitt liegenden Altersruhegeld rechnen. Denn die durchschnittlichen monatlichen Zahlbeträge (nach Abzug von Krankenkassen- und Pflegebeitrag) für langjährige Versicherte betrugen im Jahr 2012 bei Männern 1.411 Euro und bei Frauen bei 1.085 Euro. Für Kurth dürften von der Rente mit 63 vor allem die langjährigen Kernbelegschaften von Großunternehmen profitieren, die zudem noch auf eine betriebliche Altersversorgung (bAV) zurückgreifen könnten. Bei dieser Gruppe müsse man sich um Armutsvermeidung nicht sorgen, sagte der rentenpolitische Sprecher von Bündnis 90/Die Grünen auf einem MCC-Kongress in Berlin.

Kurth hält die Rente mit 63 ebenso für überflüssig wie die Aufstockung der Mütterrente, die allein jährlich etwa 6,7 Mrd. Euro kosten wird. Dringender Handlungsbedarf bestehe bei der Erwerbsminderungsrente, sagte Kurth. Hier will die Große Koalition handeln und künftig die Grenze, zu der ein Betroffener fiktiv gearbeitet hat, um zwei Jahre auf 62 Jahre erhöhen sowie die Berechnungsrundlage verbessern. Für die Links-Fraktion greift dies zu kurz. Die Rentenabschläge von bis zu 10,8 Prozent müssten weg, forderte der rentenpolitische Sprecher der Linksfraktion Matthias W. Birkwald auf der MCC-Veranstaltung. Auch Gesundheitspolitiker aus dem Koalitionslager würden sich eine Nachbesserung wünschen. Der CDU-Abgeordnete Rudolf Henke sagte auf dem MCC-Gesundheitskongress, er würde eine weiter gehende Reform befürworten, denn niemand wünsche sich eine Erwerbsminderung. Allerdings wäre dies im Rahmen der jetzigen Rentenreform nur möglich, wenn man Geld umschichte. Finanzielle Mehrausgaben seien nicht machbar. Nach den Angaben des BMAS betrug 2012 die durchschnittliche Höhe des Rentenabschlags monatlich 10,3 Prozent oder 77,54 Euro. Der durchschnittliche Zahlbetrag lag bei Männern bei 720 Euro und bei Frauen bei 678 Euro. Im Jahr 2012 nahmen 179.000 Menschen Erwerbsminderungsrente neu in Anspruch, knapp die Hälfte davon waren Frauen. (brs) 

Bild: Gerade Rentner müssen im Alter oft mit spitzem Bleistift rechnen. (Quelle: vwh)

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