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Die Rolle des Versicherungsombudsmanns wird gestärkt

26.05.2014 – hirsch-150Der außergerichtlichen Schlichtung soll europaweit flächen- und branchendeckend eine zentrale Rolle zukommen. Deutschland könne da bei der Umsetzung von EU-Vorgaben im Bereich der Finanzdienstleister auf das bewährte System der Ombudsleute zurückgreifen, sagte Justiz- und Verbraucherminister Heiko Maas (SPD) vor Journalisten in Berlin.

Drückebergerei wird es dann nicht mehr geben. So wird der Versicherungsombudsmann, der auf freiwilliger Basis heute bereits für die große Mehrheit der Versicherungsunternehmen (im Nicht-Kranken-Bereich) tätig ist, dann für die gesamte Branche (im Nicht-Kranken-Bereich) zuständig sein. Versicherungsombudsmann Professor Günter Hirsch, der jetzt in der Berlin vor der Presse seinen Tätigkeitsbericht 2013 vorstellte, sieht seine Schlichtungsstelle gut vorbereitet. Auf den ersten Blick deutet die Zunahme der Eingaben beim Ombudsmann im vergangenen Jahr um 8,6 Prozent auf 18.740 auf eine höhere Unzufriedenheit der Versicherungsnehmer hin. Eine Großteil dieses Zuwachses betrifft die Lebensversicherung. Im Nachklang zu Urteilen des Bundesgerichtshofes (BGH) kam es hier vermehrt zu Anfragen, die vom Ombudsmann dann auch positiv beschieden werden konnten. So stieg auf der einen Seite die Zahl der zulässigen Beschwerden in der Lebensversicherung zwar um 13,2 Prozent oder 505 auf 4.323 an, die Erfolgsquote für die Beschwerdeführer nahm aber deutlich auf 34,0 (Vorjahr 23,3) Prozent zu. Und schaut man auf das erste Quartal dieses Jahres, dann ist mit insgesamt 4.709 (4.729) Eingaben wieder Normalität eingetreten.

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) äußerte sich zufrieden über die Arbeit des Ombudsmanns. “Wir freuen uns darüber, dass der Ombudsmann in diesem Zusammenhang die hohe Abhilfebereitschaft der Versicherer gelobt hat.” Hirsch sagte, eigentlich habe man nach der neuerlichen Hochwasserwelle mit einem deutlichen Zuwachs an Beschwerden gerechnet, eine Beschwerdewelle sei aber ausgeblieben. Der GDV erklärte dazu, auch bei den Flutschäden hätten die Versicherer Wort gehalten und zügig reguliert.

Bereits im Vorgriff auf die EU-Richtlinie zur alternativen Streitbeilegung, die bis Juli 2015 in nationales Recht umgesetzt werden muss, wurde der Zuständigkeitsbereich des Ombudsmanns erweitert. Verbraucher könnten das Schlichtungsverfahren nun auch bei Beschwerden anrufen, die einen eigenen vertraglichen Anspruch aus einem Realkreditvertrag (Pfandbriefgesetz) betreffen, wie Hirsch weiter erläuterte. Damit sei die Zuständigkeit des Versicherungsombudsmanns erstmals auf einen Bereich ausgedehnt worden, der außerhalb des Versicherungsrechts liege, sagte Hirsch. Hier geht es um reine Kreditverträge, die nicht wie sonst häufig bei Immobilienkrediten üblich durch einen Versicherungsvertrag abgesichert sind. (brs)

Bild: Versicherungsombudsmann Jürgen Hirsch sieht seine Schlichtungsstelle als EU-Muster gut vorbereitet. (Quelle: brs)

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