Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 

Die politische Woche in Berlin: Wie schnell schrumpft die Bevölkerung?

27.04.2015 – bundesadlerVon VWheute-Hauptstadtkorrespondent Manfred Brüss. Auf welchen demografischen Wandel muss sich Deutschland die nächsten 45 Jahre einstellen? Das Statistische Bundesamt wird am Dienstag in Berlin vor der Presse seine bis 2060 überarbeitet Prognose vorstellen. Die ursprünglich für diese Woche vorgesehene Plenarsitzung des Deutschen Bundestags wurde gestrichen. Die Mitgliederversammlung der Aktuare in Berlin befasst sich unter anderem mit der Zukunftsfähigkeit der Altersvorsorge.

Diese Woche wird von Statistikern und Aktuaren geprägt sein, die jeweils einen Blick in die Zukunft werfen. Nach der im Jahr 2009 vom Statistischen Bundesamt (Destatis) veröffentlichten 12. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung bis zum Jahr 2060 war in mehreren Szenarien ein Bevölkerungsrückgang von etwa 82 Mio. im Jahr 2008 auf noch 65 Mio. (jährliche Wanderungsgewinne 100.000 Personen) und 70 Mio. (Wanderungsgewinne 200.000 Personen) vorhergesagt worden.

Sollte (wider Erwarten) die Geburtenrate steigen und die Langlebigkeit noch stärker zunehmen als angenommen, dann könnte die Bevölkerungszahl sich im Jahr 2060 bei etwa 77 Mio. Menschen stabilisieren. Es bleibt abzuwarten, ob die in den letzten drei Jahren festgestellten deutlich höheren Zuwanderungsgewinne schon einen Einfluss auf die Berechnungen der Statistiker haben werden.

Im öffentlichen Teil der Mitgliederversammlung der Deutschen Akturvereinigung (DAV) steht eine Podiumsdiskussion zum Thema “Perspektiven für die Altersvorsorge” im Mittelpunkt. Hieran werden neben anderen der parlamentarische Staatssekretär beim Bundesfinanzministerium, Michael Meister (CDU), und der Vorstandsvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft für betriebliche Altersversorgung (aba), Heribert Karch, teilnehmen.

Nach der Jahrespressekonferenz schließt sich ein Werkstattgespräch an, bei dem die Herausforderungen für die betriebliche Altersversorgung (BAV) im Niedrigzinsumfeld vertieft werden sollen. Um die bAV gerade bei kleinen und mittleren Betrieben zu stärken, hat Sozialministerin Andrea Nahles (SPD) die Idee von Tariffonds, die zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern ausgehandelt werden und dann gegebenenfalls für Allgemeinverbindlich erklärt werden, zur Diskussion gestellt.

Ansonsten sind Termine rar in dieser Woche. Am Dienstag wird die Bundesregierung in Berlin ihre Pläne zum Hochwasserschutz vor der Presse vorstellen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) reist auf Einladung der dänischen Regierung am selben Tag nach Kopenhagen. Beim informellen Treffen der Euro-Finanzminister in Riga wurde der Ton gegenüber Griechenland rauer. Fortschritte zur Lösung der griechischen Schuldenkrise gab es indes nicht.

Im Berliner Kanzleramt trafen sich am Freitagabend die Spitzen von CDU, CSU und SPD. Ein Thema sollten erste Erfahrungen mit dem Mindestlohn sein. Die Union drängt auf Nachbesserungen. Ein Koalitionsgipfel soll nun den Streit um die Bürokratielasten beim Mindestlohn lösen. (brs)

Bild: Der Bundesadler im Plenarsaal des Bundestages in Berlin. (Quelle: Alexander Kaspar)

Tags: ,
- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten