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Deutschlandrente vs. Lebenszyklusmodelle und bAV

12.01.2016 – Die Deutschlandrente als staatliche Alternative in der privaten Vorsorge bleibt Thema im neuen Jahr. Während der GDV gegen die Idee wettert, hat die Politik hier offenbar parteiübergreifend und auch jenseits der großen Koalition Potenzial erkannt. Droht in diesem Zug die bAV-Reform zu scheitern?

Der vor Weihnachten von den hessischen Landesministern Tarek Al-Wazir (Grüne), Stefan Grüttner und Thomas Schäfer (CDU) ins Spiel gebrachte Vorschlag eines Opt-out-Modells einer privaten Rente – die sogenannte Deutschlandrente unter staatlicher Ägide – wird auch im neuen Jahr weiter diskutiert. “Der Kern, eine marktferne und gemeinwohlorientierte Anlagemöglichkeit zu schaffen, ist gut”, urteilt Katja Mast, sozialpolitische Sprecherin der SPD in der FAZ.

An gleicher Stelle sieht auch Peter Weiß, rentenpolitischer Sprecher der CDU, Ansätze: “Es stellt sich in der Tat die wichtige Frage, ob wir nicht ein einfaches Musterprodukt für die private Vorsorge zur Verfügung stellen können.”

Der GDV hatte indes direkt nach Bekanntgabe der Pläne seitens der hessischen Politiker Position bezogen: “Den Staat selbst quasi als Überkonkurrent in den Markt einzuführen, ist nicht nur wettbewerbsrechtlich sondern auch ordnungspolitisch verfehlt”, kritisierte GDV-Geschäftsführer Peter Schwark.

Manfred Laux, ehemaliger Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands deutscher Investment- und Asset-Managementgesellschaften (BVI) hält auch nichts von dem Vorstoß. “Die Gefahr des staatlichen Missbrauchs des von breiten Bevölkerungsgruppen eingezahlten Kapitals ist nicht von der Hand zu weisen”, fürchtet er. Grundsätzlich würde den Anlegern “die Möglichkeit genommen, eine dem jeweiligen Alter angepasste Risikostruktur für ihr Anlagekapital zu wählen. Lebenszyklusmodelle seien jedoch ein Wesensmerkmal aller modernen Alterssicherungssysteme.

Wie dieser aktuelle Vorschlag die Diskussion um die Nahles-Rente beeinflusst, wird sich zeigen. Weitere Konkretisierungen will das Arbeitsministerium bald vorlegen. Doch was durchgesickert war, geriet bereits unter Beschuss. AGV-Geschäftsführer Michael Niebler fürchtet beispielsweise, dass die Nahles-Rente Arbeitsplätze kosten wird. (vwh/ku)

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