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Deutsche Manager sehen Compliance als Belastung

21.05.2015 – Manager_Steinbrich_pixelioIn Deutschland ist die Korruptionswahrnehmung unter den deutschen Managern noch weit verbreitet. Laut Fraud Survey 2015 der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young (EY) belegt Deutschland im internationalen Vergleich Rang 23. In Sachen Compliance scheinen Anspruch und Wirklichkeit in der Bundesrepublik demnach auseinander zu klaffen. So glaubt jeder dritte Manager, dass Schönung von Finanzergebnissen in Deutschland weit verbreitet ist.

Befragt nach dem eigenen Unternehmen sind deutsche Manager ebenfalls skeptisch. Demnach halten nur 23 Prozent der Befragten die ethischen Standards in ihrem Unternehmen für gut. In Westeuropa sind es 26 Prozent. Zwar haben sich in den vergangenen Jahren immer mehr Unternehmen einem strengen Compliance-Regime unterworfen und klare Antikorruptionsrichtlinien eingeführt. Allerdings werde der Eingriff durch Gesetzgeber und Aufsichtsbehörden vor allem als Belastung für das Unternehmen empfunden und kaum als Chance wahrgenommen, heißt es in der E&Y-Studie.

Demnach sind 59 Prozent der deutschen Manager der Ansicht, dass eine verstärkte Regulierung den Geschäftserfolg des eigenen Unternehmens erschwere. Zum Vergleich: in Westeuropa liegt der Anteil nur bei 40 Prozent. Zudem sehen nur sieben Prozent der Befragten positive Auswirkungen der Regulierung auf die Unternehmensergebnisse. In anderen westeuropäischen Staaten liegt der Anteil bei zwölf Prozent.

“Zahlreiche Korruptionsskandale der Vergangenheit haben zu einem Umdenken bei den Unternehmen geführt. Antikorruptionsrichtlinien sind inzwischen in zahlreichen Unternehmen eingeführt worden, Verstöße werden auch zunehmend geahndet”, kommentiert Stefan Heißner, Leiter Fraud Investigation & Dispute Services bei EY, die Ergebnisse. Trotz aller Regeln sei Korruption “im Geschäftsleben in Deutschland nach wie vor nicht gebannt – und vor allem für Unternehmen, die im Ausland aktiv sind, immer noch ein Riesenproblem”, sagt Heißner. (vwh/td)

Bildquelle: Steinbrich / pixelio.de

Link: Die vollständige Studie (PDF)

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