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Deutliche Unterschiede beim Rentenniveau

20.10.2016 – rente_Uwe Schlick_pixelio.de“Berufsbezogene Rentenniveaus” unterscheiden sich zum Teil sehr deutlich und können sich in den nächsten Jahrzehnten zum Teil auch sehr unterschiedlich entwickeln. Demnach hat ein Entwicklungsingenieur perspektivisch das geringste “individuelle Rentenniveau”, während die kinderlose Bürokauffrau mit einem deutlich höheren Niveau rechnen kann. Dies geht aus einer aktuellen Prognos-Studie im Auftrag des GDV hervor.

So bekommt der Entwicklungsingeneur laut Studie im Rentenalter knapp über 2.000 Euro im Monat ausbezahlt. Dies entspreche einem Drittel des durchschnittlichen Einkommens, das in seinen letzten fünf Berufsjahren bei über 6.000 Euro im Monat lag, so der GDV. Zum Vergleich: die kinderlose Bürokauffrau erhält im Jahr 2030 mit 1.350 Euro monatlich etwa 46 Prozent ihres letzten Einkommens als Rente.

Obwohl sie eine deutlich kleinere Rente bekommt, ist diese im Vergleich zu ihrem letzten Einkommen von 3.170 Euro relativ hoch, konstatiert der Branchenverband. Gleichzeitig liegt das Rentenniveau einer Bürokauffrau mit zwei Kindern im Vergleich mit 38,5 Prozent entsprechend niedriger. Der Grund: weniger Rentenansprüche durch längere berufliche Auszeiten und Teilzeitarbeit.

Daneben konstatiert die Studie auch deutliche regionale Unterschiede im Rentenniveau, die vor allem auf unterschiedliche Lebenshaltungskosten zurückzuführen seien. Die größten Differenzen gebe im Bundesvergleich demnach zwischen Wilhelmshaven und der Sächsischen Schweiz: je nach Berufsbild liegt das Rentenniveau in der niedersächsischen Küstenstadt um bis zu 20 oder 30 Prozent über dem Niveau im Erzgebirge.

“Die pauschale Anhebung des Rentenniveaus ist darum nicht zielgenau”, warnt GDV-Experte Peter Schwark. “Wir müssen viel genauer auf die individuelle Situation schauen – sonst gibt es enorme Streuverluste.”

Zudem würde die Festschreibung des Rentenniveaus nach Schätzungen von Prognos bis 2040 rund 600 Mrd. Euro kosten. “Wenn wir beim Rentenniveau Politik nach dem Gießkannenprinzip machen, kommt von dieser ungeheuren Summe nur der kleinste Teil bei den Menschen an, die wirklich Hilfe brauchen”, kommentiert Schwark die Studie. (vwh/td)

Bildquelle: angieconscious / pixelio.de

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