Versicherungswirtschaft-heute
Donnerstag
26.05.2016
          Mobilversion

 


- Anzeige -

Der Honoraranlageberater kommt – Durchbruch für die Honorarberatung?

28.07.2014 – Manfred-BruessVon VWheute-Hauptstadt-Korrespondent Manfred Brüss.

Am 1. August tritt das Gesetz zur Förderung und Regulierung einer Honorarberatung über Finanzinstrumente (Honoraranlageberatungsgesetz) in Kraft. Für die einen ist dies der erste wichtige Mosaikstein, um die Honorarberatung neben der provisionsbasierten Beratung für alle Finanzdienstleistungsprodukte zu etablieren. Andere glauben nicht, dass sich Honorarberatung für breite Schichten wird durchsetzen können. Mit Änderungen der Finanzanlagenvermittlungsverordnung, die vergangene Woche im Bundesanzeiger veröffentlicht wurden, sind auch die regulatorischen Rahmenbedingungen fristgerecht umgesetzt worden.

Das federführende Bundesministerium der Finanzen (BMF) sieht in der neuen gesetzlichen Regelung eine Voraussetzung „für den Einstieg in eine Alternativkultur der Anlageberatung“. Das Honoraranlageberatungsgesetz sei ein weiterer Baustein des neuen Ordnungsrahmens für die Finanzmärkte und stärke den Verbraucherschutz. Bundesjustiz- und Verbraucherschutzminister Heiko Maas (SPD) hat bereits angekündigt, dass er die Etablierung der Honorarberatung im Finanzanlagenbereich nur als ersten Schritt sieht und auch der Versicherungsbereich einbezogen werden sollte. Dort gibt es zwar schon den Versicherungsberater, der aber eher ein Schattendasein fristet. Von den per Ende Juni 2014 im Versicherungsvermittlerregister erfassten 242.778 Vermittlern waren lediglich 281 Versicherungsberater zu finden – ein Anteil von nur 0,1 Prozent. Im Finanzanlagenvermittlerregister gab es Ende Juni 41.047 Eintragungen. Bei der Verabschiedung des Gesetzes hatte man die erwartete Zahl noch auf etwa 80.000 geschätzt.

Auf der letzten Sitzung des Bundesrates hatte der von Bündnis 90/Die Grünen dominierte Verbraucherausschuss noch versucht, die Ergänzungen zur Finanzanlagenvermittlungsverordnung verbraucherfreundlicher zu gestalten. Letztlich fanden nur zwei ergänzende Regelungen eine Mehrheit: Zum einen soll der Honorarberater darauf hinweisen, dass die von ihm weiterzureichenden Provisionen nichts über die Eignung der Finanzanlage für den Kunden aussagt und zum anderen soll das Verhältnis von der Vermittlung von Nettoprodukten zu provisionsbasierten Produkten festgehalten werden. Eigentlich soll der Honorarberater nur in Ausnahmefällen Produkte vermitteln, die mit Provisionen verbunden sind. Diese Vergütungen hat der Honorarberater unmittelbar an den Kunden weiter zu reichen. Ziel dieser Vorschrift sei es, die Effektivität des Gesetzes zu überprüfen und Fehlentwicklungen frühzeitig zu erkennen. Erklärter Wille der Bundesregierung ist es, die Honorarberatung insgesamt als alternatives Vertriebsmodell zu stärken. Auf der anderen Seite soll der Verbraucher nicht bevormundet werden und autonom entscheiden, für welches Modell er sich entscheidet.

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

Verlag Versicherungswirtschaft | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten