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Demografischer Wandel: „Versicherungswirtschaft hat bei der Riester-Rente versagt“

10.04.2014 – axel-boersch-supan-150„Die Versicherungswirtschaft hat versagt, die Riester-Rente, klar, transparent und für jedermann verständlich zu kommunizieren und anzubieten“, übt Axel Börsch-Supan, Managing Director am Munich Center for the Economic Aging, beim Auftakt des dritten Berliner Demografie Forums Kritik an der Versicherungsbranche vor: „Ein kapitalgedecktes Rentensystem ist eine Lösung, an der kein Weg vorbei führt.“

Die steigende Lebenserwartung und die niedrige Geburtenrate sind die Eckpfeiler der Diskussion um den demografischen Wandel und es sind zugleich die Parameter, die das umlagenfinanzierte Rentensystem Deutschlands ins Wanken bringen. Diese Erkenntnis ist nicht neu, wie Axel Börsch-Supan betont: „In den vergangenen Jahren hat sich zu wenig getan“, moniert er. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse sind da, beim Transport in die Praxis hapert es allerdings. Die Gründe hierfür sieht der Wissenschaftler in der menschlichen Natur: „Der Mensch ist von Natur aus egoistisch und kurzsichtig.“ Heute auf finanzielle Freiräume zu Gunsten der erst in vielen Jahren zum Tragen kommenden Altersvorsorge zu verzichten, wiederstrebe uns.
Die demografische Zeitenwende allerdings nur mit bedrückenden Szenarien zu verbinden, greift zu kurz. Der demografische Wandel birgt auch Chancen, denn um den Anteil der erwerbsfähigen Bevölkerung möglichst groß zu halten, müssen „stille Reserven“ geweckt werden. In der Praxis heißt das, ältere Menschen, Frauen und Menschen mit Migrationshintergrund müssen stärker in den Arbeitsmarkt eingebunden werden. Für diese Gruppen bieten sich jetzt und in Zukunft berufliche Chancen. Jetzt ist es an Politik, Bildungseinrichtungen und Wirtschaft, entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen. Wo hier Ansatzpunkte sind, an welchen Stellen es noch Defizite gibt und wie auch in Zukunft der gesellschaftliche Zusammenhalt gelingt wird in den kommenden Tagen beim dritten Berliner Demografie Forum, das unter dem Motto „ Sicherheit, Vertrauen, Zusammenhalt“ steht, mit Vertretern aus Politik, Wissenschaft und Versicherungsbranche sowie den Young Experts erörtert. (jko)

Foto: Professor Axel Börsch-Supan (Mitte) warnt im Gespräch mit Allianz-Botschafter Wolfgang Ischinger und Staatssekretärin Cornelia Rogall-Grothe vor einer Dramatisierung des demografischen Wandels: „Der demografische Wandel ist kein großes Problem, sondern lässt sich mit wenigen, natürlichen Maßnahmen in den Griff bekommen.“

Link: DOSSIER

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