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DAV-Wolfsdorf: Kein Totenglöcklein für die LV

14.01.2014 – WolfsdorfDer Versicherungsmathematiker und Vorstandsmitglied der Deutschen Aktuarvereinigung e.V.  (DAV) Prof. Kurt Wolfsdorf hält es für verfrüht, der Lebensversicherung angesichts sinkender Zinsen das Aus vorherzusagen: “Das Totenglöcklein hat [...] nicht geläutet.” Vielmehr fordert er beherzt, an die Probleme heranzugehen.

Wolfsdorf schreibt:

Die Sicherstellung der dauernden Erfüllbarkeit der Leistungsversprechen ist nicht nur Basis der Versicherungsaufsicht sondern auch ein wesentlicher Pfeiler im Gebäude des Geschäftsmodells der Unternehmen. Das seitens der Kunden den Unternehmen entgegengebrachte Vertrauen in deren Leistungsfähigkeit ist wesentliche Voraussetzung für den Erfolg des Geschäfts.

Seit der Deregulierung im Jahr 1994 ist die zeitgleich gegründete DAV aufgerufen Vorschläge für ausreichend sichere Kalkulationsgrundlagen in der Lebensversicherung zu unterbreiten. Dass wir Aktuare in den vergangenen 20 Jahren uns mit den Empfehlungen für sichere Kalkulationsgrundlagen nicht von übertriebener Vorsicht haben leiten lassen, belegen die jeweils zeitnahen Korrekturen früherer Empfehlungen zu Rechnungszins und Sterbetafel, die die Veränderungen im Marktumfeld widerspiegelten. Mit jeder Korrektur waren vorsichtigere Annahmen zu treffen.

An allen Vorschlägen für einen Höchstrechnungszins in der Lebensversicherung habe ich sowohl im Ausschuss Leben wie auch im Vorstand mitgewirkt. Die Diskussionen waren stets leidenschaftlich – häufig auch kontrovers, die “Wahrheitsfindung” nie einfach. Mit jeder Empfehlung für eine Herabsetzung des Höchstrechnungszinses wurde auch das Ende des Produkts Lebensversicherung heraufbeschworen. Das Totenglöcklein hat aber nicht geläutet.

Unzweifelhaft hat die Branche große Herausforderungen zu meistern, einige Unternehmen vielleicht ein paar weitere Aufgaben. Sie müssen alle  von den Unternehmen selbst gelöst werden. Statt nun ständig die vermeintlich externen “weiteren herben Rückschläge für das Produkt Lebensversicherung” aufzuzählen, sollte man beherzt an die Lösung eigener Probleme herangehen. Beispiele gibt es reichlich, von Strategie über Kapitalausstattung, Produkte und  Vertrieb bis zum Erscheinungsbild in der Öffentlichkeit.

Die Empfehlungen der Aktuare für eine solide Kalkulation und Reservierung jedenfalls führten zu stabilen Verhältnissen in der Lebensversicherung, so dass trotz eines widrigen Umfelds alle Versprechungen an die Kunden erfüllt werden konnten. Und die Kunden haben trotz aller Unkenrufe dem Produkt nicht den Rücken gekehrt.

Dieser Text ist eine Reaktion Prof. Wolfsdorfs auf die gestrige Berichterstattung von VWheute zum Thema “Senkung des Garantiezins und seine Folgen“.

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