Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 
- Anzeige -

“Dashcams machen Gutachten überflüssig”

21.01.2016 – Auto Audi Fahrer Dashcam - David GorrFür ihren Einsatz plädieren die Versicherer seit Langem. Mithilfe von Dashcams – kleinen Videokameras, hinter der Windschutzscheibe – lässt sich bei vielen Unfällen die Schuldfrage schneller und einfacher klären. Ab kommenden Mittwoch diskutieren auf dem Verkehrsgerichtstag in Goslar Experten, wie der Datenschutz dabei eingehalten werden kann.

Die Verkehrssicherheit werden sie nicht verbessern, aber die Schadenregulierung deutlich beschleunigen. “Dashcams liefern objektive und leicht auszuwertende Informationen und könnten diverse unfallanalytische Gutachten überflüssig machen”, sagt Uwe Cremerius, Leiter der Kommission Kraftfahrt Schaden im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

Damit die Versicherer Dashcam-Aufnahmen verwenden können, müsse aber zunächst ein verbindlicher datenschutzrechtlicher Rahmen für ihren Einsatz geschaffen werden. Die Kameras sind zwar nicht verboten, doch die durchgehende Aufnahme von Personen und Kennzeichen während der Fahrt verstößt gegen den Datenschutz.

Erlaubt ist nur, die Kamera unmittelbar vor oder während einer Gefahrensituation einzuschalten. “Das ist völlig unrealistisch”, kritisiert Cremerius. “In einer Gefahrensituation versuchen die Fahrer, den Unfall zu verhindern und werden kaum daran denken, die Dashcam einzuschalten.” Er schlägt vor, solche Kameras zuzulassen, die eine Fahrt lediglich für einen kurzen Zeitraum aufzeichnen und ältere Aufnahmen kontinuierlich löschen. “So würden wir die Chancen des technischen Fortschritts nutzen und den Erfordernissen des Datenschutzes gerecht werden”, erklärt Cremerius. (vwh/dg)

Bildquelle: David Gorr

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

Verlag Versicherungswirtschaft | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten