Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 

DAK will Geld für Entwicklung von Zusatzleistungen

09.06.2015 – Rebscher_DAKMehr Wettbewerb und mehr Innovation: Ein eigenständiges Krankenkassenbudget für die “Forschung und Entwicklung innovativer Versorgungsprozesse” sollen Qualität und Effizienz in der Versorgung der GKV ausbauen. Das ist das Ergebnis einer von der DAK in Auftrag gegebenen Studie. Fehlgesteuerten Anreizen durch Preisrabatte müsse begegnet werden. Derart Innovationen sollen den Wettbewerb unter den Krankenkassen fördern.

Zentrales Ergebnis: Der selektivvertragliche Wettbewerb um innovative Versorgungsformen in seiner bisherigen Form könne die Erwartungen nicht erfüllen. Das in der Studie federführende IGES Institut schlägt vor, bei Verträgen mit Leistungserbringern künftig das Prinzip der “ergänzenden Selektivität” zu fördern.

“Einzelverträge sollen die Regelversorgung sinnvoll ergänzen und innovative Lösungen liefern, die letztlich allen Patienten nutzen”, erläutert Martin Albrecht, Geschäftsführer des IGES Instituts.

Das für die Entwicklung derartiger Innovationen benötigte Budget setzt er auf 0,5 Prozent des Beitragsaufkommens in der GKV, also auf rund 922 Mio. Euro fest. Die Gelder sollen dem bestehenden Gesundheitsfonds entnommen werden.

Derzeit finde ein reiner Preiswettbewerb statt, der vor allem den 80 Prozent der meist gesunden, jungen Versicherten Anreize biete, Geld zu sparen, und damit das Solidarsystem finanziell schwäche, kritisiert DAK-Chef Herbert Rebscher.

“Eine solidarische Krankenversicherung kann nicht im Angebot von Individualtarifen und medizinisch teils fragwürdigen Satzungsleistungen bestehen”, betont Rebscher. “Das entzieht dem System Mittel, die für die Versorgung chronisch Kranker dringend benötigt werden.” (vwh/ku)

Bild: DAK-Chef Herbert Rebscher (Quelle: DAK)

Tags:
- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten