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DAK: Höchster Krankenstand seit 16 Jahren

16.03.2016 – Arzt_by_Ligamenta Wirbelsaulenzentrum_pixelio.de - Windows-FotoDer allgemeine Krankenstand hat 2015 den höchsten Wert seit 16 Jahren erreicht. Dabei fehlten Frauen im vergangenen Jahr etwa 14 Prozent häufiger im Job als ihre männlichen Kollegen. Diese gehen allerdings seltener zum Arzt. Zu diesem Ergebnis kommt der DAK-Gesundheitsreport 2016. Auch bei den Krankheitsbildern Depression, Krebs und Herzinfarkt gibt es große Unterschiede.

Laut Report waren im vergangenen Jahr an jedem Tag 44 von 1.000 weiblichen Beschäftigen krankgeschrieben. Bei den Männern waren im 39. Zudem lagen die Frauen mit insgesamt 134,4 Krankheitsfällen je 100 Versicherten ebenfalls vor ihren männlichen Kollegen mit 115,8 Krankheitsfällen. “Unser Report zeigt, dass der viel zitierte kleine Unterschied zwischen Frauen und Männern viel größer ist als gedacht”, kommentiert Herbert Rebscher, Vorstandschef der DAK-Gesundheit, die Ergebnisse des Reports. “Die Ergebnisse verdeutlichen sehr genau, wo die Einflussfaktoren beim Krankenstand liegen und wie hoch der jeweilige Anteil bei den Geschlechtern wirklich ist.”

Besonders deutlich wird der Geschlechterunterschied bei den Krankheitsbildern Herzinfarkt und Depression. Demnach fehlten im vergangenen Jahr Männer in allen Altersgruppen sehr viel häufiger wegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen (+65 Prozent mehr Fehltage) als Frauen. In der Altersgruppe der 45- bis 64-Jährigen erkrankt fast jeder zehnte Mann an einer koronaren Herzerkrankung. Zudem hatten Männer bei Verletzungen fast doppelt so viele Fehltage (+48 Prozent). Frauen fehlten hingegen deutlich häufiger wegen psychischer Erkrankungen als Männer (+67 Prozent Fehltage).

Den größten Unterschied zwischen den Geschlechtern zeigt der DAK-Gesundheitsreport bei den Krebserkrankungen mit einem Anstieg der Fehltage bei Frauen um 74 Prozent. Zwar sei das Risiko an Krebs zu erkranken sowohl bei Männern als auch Frauen gleich. Männer erkranken jedoch meist ab einem Alter von 60 Jahren. Am weitesten verbreitet ist hier Prostatakrebs. Frauen erkranken hingegen häufiger an Brustkrebs – und dies meist schon im Erwerbsleben.

Der Gesundheitsreport zeigt zudem, dass Frauen oftmals in Berufen arbeiten, in denen sie mit offensichtlichen Krankheitssymptomen nicht zur Arbeit gehen können. Mehr als jede zweite Frau gab dies an (53 Prozent), aber nur 45 Prozent der Männer. Auch tragen Frauen immer noch einen großen Anteil bei der Betreuung kranker Kinder: Mehr als jede vierte Frau (27 Prozent) sagte, dass sie sich bei einer Erkrankung des Kindes selbst krank gemeldet hat, weil sie sich nicht anders zu helfen wusste. Bei den Männern waren es nur 17,5 Prozent.

Schwangerschaftskomplikationen spielen hingegen nur eine bedingte Rolle. Lediglich bei den 20 bis 24-jährigen Frauen sind 73 Prozent des Unterschiedes beim Krankenstand darauf zurückzuführen. Unterschiede gab es laut DAK-Gesundheitsreport auch zwischen den einzelnen Branchen, wo viele Frauen häufiger erkranken. Dazu gehören die öffentliche Verwaltung und das Gesundheitswesen. Beim Blick auf die Berufe zeigt sich: Nur in seltenen Fällen wie beispielsweise im Gartenbau und bei den Naturwissenschaften gab es 2015 einen höheren Krankenstand bei Männern (+ zwölf und + sechs Prozent). (vwh/td)

Link: DAK-Gesundheitsreport 2016 (PDF)

Bild: Ligamenta Wirbelsaulenzentrum / pixelio.de

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