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DAK: Doping am Arbeitsplatz nimmt zu

18.03.2015 – Pillen_Sigrid Rossmann_pixelioEtwa drei Millionen Deutsche nutzen derzeit verschreibungspflichtige Medikamente, um die Leistungen am Arbeitsplatz zu steigern oder um Stress abzubauen. Laut DAK-Gesundheitsreport stieg die Anzahl der Arbeitnehmer, die entsprechende Substanzen eingenommen haben, in den letzten sechs Jahren von 4,7 auf 6,7 Prozent an. Demnach gehören Beschäftigte mit einfachen oder unsicheren Jobs zu den Risikogruppen für Medikamentenmissbrauch.

Allerdings geht die DAK davon aus, dass die Dunkelziffer mit bis zu zwölf Prozent deutlich höher liegt. Auf die Bevölkerung hochgerechnet haben somit bereits etwa fünf Millionen Erwerbstätige leistungssteigernde oder stimmungsaufhellende Medikamente eingenommen. Als Auslöser für den Griff zur Pille gelten bei Männern vor allem hoher Leistungsdruck, Stress und Überlastung. Frauen nehmen laut Report eher dann Medikamente, um Aufgaben leichter zu erledigen und emotional stabil zu bleiben.

Desweiteren kommt der Gesundheitsreport zu dem Schluss, dass Top-Manager oder Kreative eher kaum zu Medikamenten greifen, um ihre Leistungen zu pushen. Vielmehr könne man davon ausgehen, dass das Risiko des Hirndoping zunehme, je einfacher die Tätigkeit und je unsicherer der Arbeitsplatz sei. “Das Klischee vom dopenden Top-Manager ist damit vom Tisch”, sagte DAK-Vorstandschef Herbert Rebscher.

“Auch wenn Doping im Job in Deutschland noch kein Massenphänomen ist, sind diese Ergebnisse ein Alarmsignal”, so Rebscher weiter. Die “Suchtgefahren und Nebenwirkungen des Hirndopings” seien nicht zu unterschätzen, warnte der DAK-Chef. (vwh/td)

Bild: Der Medikamentenmissbrauch am Arbeitsplatz in Deutschland nimmt zu. (Quelle: Sigrid Rossmann / pixelio.de)

Link: Der vollständige DAK-Gesundheitsreport 2015 (PDF)

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