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Crusius fordert offene Fehlerkultur statt Pfusch-Vorwürfen

16.06.2015 – Arztbesuch_Philipp_Flury_Pixelio“Pfusch beinhaltet immer eine gewisse Gleichgültigkeit gegenüber den Auswirkungen des eigenen Handelns. Das kann man doch nicht allen Ernstes Ärzten vorwerfen, denen ein Fehler passiert ist”, meint Andreas Crusius, Vorsitzender der Ständigen Konferenz der Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen der Bundesärztekammer.

Um aus Fehlern zu lernen, forderte Crusius vielmehr “eine offene Fehlerkultur”. “Wir tun alles dafür, dass es nicht zu einem Fehler in Diagnostik und Therapie kommt. Wir sorgen für einen transparenten Umgang mit Behandlungsfehlern. Und wir sind uns unserer Verantwortung darüber bewusst, dass den betroffenen Patienten schnell und professionell geholfen werden muss – medizinisch, seelisch und mitunter auch rechtlich”, betonte der Experte bei der Vorstellung Behandlungsfehlerstatistik für das Jahr 2014 in Berlin.

Wie Kerstin Kols, Geschäftsführerin der Schlichtungsstelle für Arzthaftpflichtfragen der norddeutschen Ärztekammern, mitteilte, habe die Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen im Jahr 2014 bundesweit insgesamt 7.751 Entscheidungen zu mutmaßlichen Behandlungsfehlern getroffen. Im Vergleich zum Vorjahr sei die Zahl der Sachentscheidungen nur geringfügig gesunken. Demnach lag in 2.252 Fällen ein Behandlungsfehler vor. Zudem wurde in 1.854 Fällen ein Behandlungsfehler und Risikoaufklärungsmangel als Ursache für einen Gesundheitsschaden ermittelt. (vwh/td)

Bildquelle: Philipp Flury / pixelio.de

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