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Check24 sieht BVK-Klage gelassen entgegen

03.05.2016 – Check24 Blase und Rottele - quelle uskCheck24 sieht der Klage des Bundesverbandes Deutscher Versicherungskaufleute (BVK), die nächsten Mittwoch in ihre zweite Verhandlungsrunde geht, gelassen entgegen. Ende Februar 2016 hatte der BVK einen Musterprozess vor dem Landgericht München angestrengt und das Unternehmen wegen Irreführung verklagt. Diese Vorwürfe seien nicht haltbar, stellte Check24 jetzt auf einer Presseveranstaltung in München fest.

Der BVK argumentiert: Das Portal stelle sich zwar als verbraucherfreundliches Preisvergleichsportal dar, sei aber in Wirklichkeit ein Vermittler, der beim Vertragsabschluss Provisionen von den Versicherern kassiere. In den Punkten Verstoß gegen “Informationspflichten” und “objektive Marktbetrachtung” hätte das Gericht schon in der ersten Verhandlung signalisiert, dass die Klage kaum Aussicht auf Erfolg habe. So würde das Vergleichsportal Form und Inhalt der sogenannten Erstinformation in vollem Umfang erfüllen. Dies habe das Gericht bestätigt. “Dabei, wie groß und wo der Link zu dieser Information platziert werden muss, gab es noch Unstimmigkeiten”, sagte Check24-Geschäftsführer Christoph Röttele. Hier könne das Gericht möglicherweise eine Nachbesserung von Check24 fordern. Das dürfte aber in noch größerem Umfang viele der hinter dem BVK stehende Versicherungsmakler treffen, glaubt Check24. Nach Erkenntnis des Portals würden nämlich viele Versicherungsmakler ihrer gesetzlichen Pflicht bei der sogenannten Erstinformation nicht nachkommen.

Kaum erfolgreich werde der BVK auch mit der Kritik sein, dass eine standardisierte Ergebnisliste nicht die Anforderung einer objektiven Marktbetrachtung als Beratungsgrundlage erfülle. Hier habe das Gericht in der ersten Verhandlung ebenfalls signalisiert, dass die Liste keinen Verstoß gegen § 60 Versicherungsvertragsgesetz (VVG) darstelle. Zudem könne der Kunde die Liste individuell anpassen. “Die Klage des BVK ist kein Fair Play. Daher wehren wir uns öffentlich vor Gericht”, so Röttele. Gesprächsangebote habe der Maklerverband im Vorfeld ausgeschlagen. Der BVK versuche das Geschäftsmodell von Check24 zu zerstören. Die Klage sei jetzt in dem Punkt “fehlende, individuelle Beratung” nochmals nachgeschärft worden. „Danach müssten wir alle möglichen Risiken des Kunden erfragen, beispielsweise, ob er Zuhause einen Spiegelsaal hat.“ Diese Forderung hält Röttele für vollkommen überzogen. Nach seiner Meinung reicht es, wenn der Fragenkatalog sinnvolle und wichtige Risiken des Kunden erfasse.

Check24 sieht sich einer politischen Hetzjagd ausgesetzt. Die Digitalisierung sei nicht nur ein Angriff auf die Old Economy, sondern würde auch Verbraucherschützer betreffen. Daher bewertet Henrich Blase, Geschäftsführer und Anteilseigner von Check24, eine kritische Studie der “Marktwächter Digitale Welt” als politisch motiviert. Sie habe erhebliche Mängel. Verbraucherschützer müssten sich scheinbar in der Öffentlichkeit und vor den Behörden mit Aktivitäten legitimieren, um weiterhin unterstützt zu werden.

Beim Thema Provisionen will Check24 weiterhin diese nicht aufdecken. “Das macht kein Wirtschaftsunternehmen, weder ein Reisebüro noch ein Autohändler”, so Blase. Die gezahlten Provisionen hätten keinerlei Einfluss auf das Ranking-Ergebnis. Skeptisch ist er hinsichtlich der freiwilligen Selbstverpflichtung. “Da machen dann möglicherweise große amerikanische Portale, wie booking.com, nicht mit und wir hätten dann wettbewerbstechnisch das Nachsehen”, warnte Blase.  Die Aussage, dass Provisionen keinen Einfluss auf das Ergebnis hätten, müsse das Portal nicht beweisen, denn aufgrund des scharfen Wettbewerbs unter den Portalen würde jede Manipulation ganz schnell auffallen.

Der Forderung, alle Anbieter, die keine Provisionen zahlen, trotzdem in vollem Umfang an einem Vergleich zu beteiligen, um eine volle Marktabdeckung zu erhalten, lehnte Blase aber als illusorisch ab. Dann würde bald niemand mehr Provisionen zahlen. “Wir unterstützen die Forderung von Verbraucherschützern, immer in mehreren Portalen gleichzeitig zu vergleichen”, sagt Blase. Doch im Versicherungsbereich, bei dem schätzungsweise zehn Prozent des gesamten Neugeschäfts über Vergleichsportal komme, ist Check24 mit Abstand der Marktführer und hat eigentlich keine wirklichen Konkurrenten mehr. (usk)

Bild: Die Check24-Geschäftsführer Henrich Blase (l.) und Christoph Röttele (r.) (Quelle: usk)

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