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Bundestag verabschiedet Flexi-Rentengesetz

24.10.2016 – Bundestag_Christian Beuschel_pixelioDer Deutsche Bundestag hat am vergangenen Freitag das sogenannte Flexi-Rentengesetz verabschiedet. Damit sollen die Arbeitnehmer etwa durch eine Kombination von Teilzeitarbeit und Teilrentenbezug mehr individuelle Gestaltungsfreiheit beim Übergang vom Beruf in die Rente erhalten. Zudem sollen die Arbeitnehmer dadurch auch ihre Rentenansprüche erhöhen können.

Die Arbeitgeber sollen mit der neuen Regelung die Möglichkeit erhalten, Fachkräfte im Alter länger an sich zu binden können. Laut Gesetz können zur vorgezogenen Rente ab 63 grundsätzlich bis 6.300 Euro pro Jahr ohne Abzüge hinzuverdient werden. Darüberhinausgehende Einkommen werden zu 40 Prozent auf die Rente angerechnet.

Bundessozialministerin Andrea Nahles (SPD) will zudem in Kürze ein Gesamtkonzept zur Neuausrichtung der Rente vorlegen. Im Fokus der Diskussion um die zukünftige Ausgestaltung der Altersvorsorge steht wiederholt die zunehmend höhere Lebenserwartung der Deutschen. Demnach sinkt das Sicherungsniveau der Rente laut Rentenversicherungsbericht bis 2030 von 48 auf 44,6 Prozent. Berücksichtige man den Effekt der Verlängerung der Lebensarbeitszeit, sinke das Rentenniveau lediglich 46,6 Prozent.

Immerhin geht das Statistische Bundesamt davon aus, dass die Lebenserwartung in den kommenden Jahren nicht nur steigen wird. Auch die regionalen Unterschiede in der Lebenserwartung von Neugeborenen nehmen nach Aussage der Statistiker zwischen den Bundesländer weiter ab.

Laut Statistischem Bundesamt hat sich der Abstand zwischen den Bundesländern mit der höchsten und der niedrigsten Lebenserwartung innerhalb von 20 Jahren fast halbiert. Auf der Bass der aktuellen Sterbetafeln für den Zeitraum 2013/2015 beträgt dieser bei den neugeborenen Jungen noch drei Jahre und vier Monate und bei den neugeborenen Mädchen ein Jahr und neun Monate.

Im Bundesdurchschnitt beträgt die Lebenserwartung demnach nach Angaben der Statistiker demnach 78 Jahre und zwei Monate bei neugeborenen Jungen. Neugeborene Mädchen leben demnach statistisch gesehen 83 Jahre und ein Monat. Die höchste Lebenserwartung haben demnach die Menschen in Baden-Württemberg.

Neugeborene Jungen leben demnach von Geburt an dort 79 Jahre und sechs Monate. Mädchen können mit einer Lebenserwartung von 83 Jahre und elf Monate rechnen. Die niedrigsten Werte weisen hingegen Männer in Sachsen-Anhalt mit 76 Jahren und zwei Monaten sowie Frauen im Saarland mit 82 Jahren und zwei Monaten auf.

Ungeachtet dessen sieht IG-Metall-Vorstand Hans-Jürgen Urban die private Altersvorsorge als “gescheitert” an. “Das Drei-Säulen-Modell ist keine geeignete Konstruktion, um eine solidarische Altersversorgung sicherzustellen”, kritisierte er in einem Interview mit der Berliner Zeitung.

Zudem sehe er “keine Rechtfertigung für die Fortführung der milliardenteuren Subventionen der privaten Vorsorge”. Vielmehr favorisiert die Gewerkschaft in ihrem Rentenkonzept eine Anhebung der gesetzlichen Rentenbeiträge bis 2030 auf 25 Prozent, die je zur Hälfte von Arbeitnehmern und Arbeitgebern getragen werden. (vwh/td)

Bildquelle: Christian Beuschel / pixelio.de

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