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Bundesregierung soll bei NSA-Spionageaffäre gelogen haben

30.04.2015 – Cyber_stockxchngIn der Geheimdienstaffäre um die Zusammenarbeit des Bundesnachrichtendienstes (BND) mit dem US-amerikanischen Geheimdienst NSA gerät die Bundesregierung offensichtlich immer mehr unter Druck. Wie das Nachrichtenmagazin Spiegel Online berichtet, soll sie bezüglich ihrer Erkenntnisse zur versuchten Wirtschaftsspionage falsche Angaben gemacht haben. Die Opposition wirft der Regierung nun Lüge vor.

Laut Bericht teilte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) noch Mitte April auf eine Anfrage der Fraktion der Linken mit: “Es liegen weiterhin keine Erkenntnisse zu angeblicher Wirtschaftsspionage durch die NSA oder anderen US-Diensten in anderen Staaten vor”. Allerdings sollen dem Kanzleramt bereits 2010 BND-Meldungen vorgelegen haben, wonach die USA versucht hatten, die Rüstungskonzerne EADS und Eurocopter auszuspionieren.

Die Linke wirft der Bundesregierung nun eine bewusste Falschaussage vor. “Die Antwort vom 14. April ist ganz offensichtlich gelogen”, sagte der Linken-Politiker Jan Korte gegenüber dem Nachrichtenmagazin. Er glaube der Bundesregierung in dieser Affäre “kein Wort mehr”.

Der Schweizer Rückversicherer Swiss Re schätzt die Schäden durch Cyberangriffe weltweit auf etwa 445 Mrd. US-Dollar. Damit seien die Schäden sogar höher als das Bruttoinlandsprodukt von Österreich oder Singapur. Allerdings sieht Jörg von Fürstenwerth, Vorsitzender der Hauptgeschäftsführung des GDV, sieht in der Bewertung von Cyber-Risiken “nach wie vor noch viele Unbekannte”.

Demnach sei die “statistische Datenbasis, auf der Versicherer die Wahrscheinlichkeit eines Datenverlusts, einer Betriebsunterbrechung oder eines Reputationsschadens berechnen können, noch klein”, schreibt er in seiner Kolumne. Hinzu komme, dass mögliche digitale “Flächenbrände” derzeit nur schwer abzusehen seien. Zudem besitzen die “kleinen und mittleren Unternehmen bislang keine tragfähigen Sicherheitskonzepte für den Cyber-Krisenfall”, kritisiert von Fürstenwerth. (vwh/td)

Bildquelle: Stockxchng

Links: BND-Affäre: Regierung machte falsche Angaben zur NSA-Spionage, GDV-Kolumne: Nicht weniger sondern sicherer vernetzen

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