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Bund, Versicherer und Krankenkassen wollen Hebammen helfen

14.03.2014 – screenshot-website-150-99Norbert Rollinger, der Vorsitzende des Hauptausschusses Schaden- und Unfallversicherung beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), versicherte vor der Presse in Berlin, es sei nicht die Schuld der Versicherer, dass die Kosten für die Hebammen-Berufshaftpflichtversicherung explodierten.

Die noch etwa 3.500 in der Geburtshilfe tätigen freiberuflichen Hebammen (21.000 insgesamt) stecken in einem Dilemma:

Zum einen handele es sich nur um ein kleines Versichertenkollektiv. Zum anderen gebe es zwar glücklicherweise pro Jahr nur wenige Fälle mit schweren Geburtsschäden, aber dank des medizinischen Fortschritts würden die Überlebenschancen der betroffenen Kinder deutlich zunehmen. Nach Angaben des GDV sind die Kosten seit 2003 um fast 80 Prozent gestiegen. Durchschnittlich zahlen die Versicherer für schwere Fälle rund 2,6 Mio. Euro. Die Folge sind ebenso schnell steigende Prämien für die Berufshaftpflichtversicherung. Ab Juli dieses Jahres dürfte den GDV-Angaben zufolge die durchschnittliche Prämie bei jährlich 5.000 Euro liegen. Eine monatliche Belastung von über 400 Euro kann sich aber eine Hebamme kaum leisten. Rollinger sagte, die Versicherer setzten sich für eine rasche Lösung ein und man sei auch im Gespräch mit dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG). Letztlich müsse es eine Lösung geben, die die Lasten auf eine breitere Schulter verteilt. „Wir sind uns unserer Verantwortung hier sehr bewusst“, ergänzte GDV-Präsident Alexander Erdland. „Ich bin zuversichtlich, dass wir im Dialog mit Hebammen und Politik schnell tragfähige Lösungen finden werden.“

Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) bekannte sich bei seinem Antrittsbesuch im Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestags zur Bewahrung einer flächendeckenden Geburtenhilfe in Deutschland. In anderen Ländern ist die Geburtshilfe auf Krankenhäuser beschränkt. Gröhe sagte in der nicht-öffentlichen Sitzung nach Angaben des Bundestags, er sei bereits sowohl mit den Hebammenverbänden als auch mit der Versicherungswirtschaft und dem Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) im Gespräch. Alle Seiten seien sich ihrer Verantwortung bewusst. Zunächst gelte es, zeitnah „stabile Gruppentarife“ für die Hebammen herzustellen. Zudem gebe es eine klare Ansage des GKV-Spitzenverbands, wie schon in der Vergangenheit die Tariferhöhungen abzufedern und sich in angemessener Weise an den Kosten der Haftpflichtversicherung zu beteiligen. Wie eine langfristige Lösung aussehen könnte, ließ Gröhe offen. Hier stellten sich auch grundsätzliche rechtliche Fragen, weshalb nicht sicher sei, ob eine dauerhafte Lösung im System gefunden werden könne. Ein Bericht mit Stellungnahmen auch zu den juristischen Fragen dürfte Gröhe zufolge im April vorliegen. (brs)

Bild: Auf ihrer Website fordert der Deutsche Hebammen Verband eine gesamtgesellschaftliche Lösung der Versicherungsfragen. (Quelle: DHV)

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