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Brüsseler Attentate: Opfer hoffen auf Entschädigung

06.04.2016 – Abflughalle Flughafen Flugzeug Passagiere Reisende by Rainer Sturm_pixelio.deNach den Terroranschlägen kommen auf die Betreiber des belgischen Nationalflughafens in Zaventem und die Metrogesellschaft Stib Klagen der Hinterbliebenen der 32 Todesopfer zu. Opferanwälte bereiten im Auftrag von Angehörigen auch unter den rund 300 Verletzen, von denen nach Angaben der Nachrichtenagentur Belga noch fast 40 in Intensivbehandlung sich befinden, Klagen gegen die Betreiber vor.

Rund ein Dutzend Ingenieure in weißen Overalls und gelben Helmen sind seit den zwei Explosionen in der Eingangshalle mit der Aufnahme der Schadensbilanz und  der Sicherheit des Terminalgebäudes beschäftigt. Eine genaue Bilanz der durch die heftigen Explosionen der Selbstmordattentäter verursachten Verwüstungen in der rund zwölf Meter hohen weitgehend verglasten Eingangshalle wird für nächste Woche erwartet. Versicherer sind parallel zu den Flughafeneigenen Ingenieuren mit der Schadensaufnahme beschäftigt.

Die in den angrenzenden Parkhäusern abgestellten 4.000 bis 6.000 geparkten Fahrzeuge sind “inzwischen vollständig von ihren Besitzern abgeholt worden”, sagte Flughafensprecherin Nathalie Van Impe auf einer Pressekonferenz am Wochenende vor der Teil-Inbetriebnahme des Airports. Airportchef Arnaud Feist bezifferte die täglichen Verluste seit der Schließung mit fünf Mio. Euro. 2014 hatte das Geschäftsergebnis des internationalen Flughafens, der jährlich über 20 Millionen Fluggäste im Jahr abfertigt, eine Dividendenauszahlung von 100 Mio. Euro erbracht, wovon 25 Prozent der Anteile noch dem belgischen Staat gehören.

Die am Flughafen zu Schaden gekommenen Fluggäste können zum größten Teil auf umfassende Entschädigung hoffen. “Der Großteil der Flugtickets beinhaltet einen Versicherungsschutz, der auch bei terroristischen Anschlägen besonders auf öffentlichen Flächen wie dem Flughafen die Passagiere schützt”, sagt Wauthier Robyns, Pressesprecher von Assuralia bei einer Pressekonferenz in Brüssel. So greife die Lebensversicherung im Todesfalle eines Flugpassagiers, die Krankenhausversicherung für die Übernahme von medizinischen Behandlungskosten und die Abdeckung von Sachleistungen wie Gepäckverlust oder Beschädigung.

Darüber hinaus gelte nach belgischem Versicherungsrecht, so Robyns, die Pflicht, dass Betreiber von öffentlichen Gebäuden und Veranstaltungsorten wie Kinos, Hotels und Restaurants und eben auch Flughäfen einen entsprechenden Versicherungsschutz gegen Explosionen oder Feuersbrunst abschließen müssten.

In der nächsten Woche wollen Opferanwälte  für die am Flughafen sowie beim Metroattentat zu Schaden gekommenen Betroffenen ihre Forderungen gegenüber den Flughafen – und Metrobetreibern präzisieren. (taf)

Bildquelle: Rainer Sturm / pixelio.de

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