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Britisches Provisionsmodell auf Deutschland nicht übertragbar

16.10.2013 – makler-33Das Verbot der Provisionsberatung zugunsten der Honorarberatung hat die britische Finanzdienstleistungsbranche einem radikalen Wandel unterworfen. Neue Produkte enstanden, Transparenz wurde geschaffen und auch die Berater sind, entgegen allseitiger Befürchtungen, mit den Neuerungen gut zurecht gekommen. Trotzdem ist dieses Modell nicht auf Deutschland übertragbar, wie Stewart Cazier, Managing Director Distribution Henderson Global Investors in der Börsenzeitung ausführt.

Mit dem Honroaranlagegesetz vom April diesen Jahres hat der deutsche Gesetzgeber die Honorarberatung dem Provisionsmodell gleichgestellt, aber auch für eine strikte Trennung der beiden Vertriebswege gesorgt. Die Transparenz der Kosten stand bei dieser Initiative Pate. Trotzdem stellte mancher Kritiker die Frage, wieso Provisionen nicht gleich ganz verboten werden. Doch England ist nicht Deutschland, der Markt ist anders und die Kunden ticken anders. Eine Koexistenz der beiden Beratungsvergütungsmodelle scheint angezeigt, denn insgesamt ist der Anteil freier Berater – gemessen am verwalteten Vermögen – deutlich geringer als in Großbritannien.

Und in Deutschland wird der Vertrieb nach wie vor von den großen Vertriebsnetzen der Banken und Versicherer dominiert. Für diese Vertriebswege stellt sich die Frage der Honorarberatung eher nicht. Allerdings hat die neue Regelung in Deutschland für die Kunden nicht nur Vorteile. Der Anleger kann zwar wählen, wie er die Leistung seines Beraters vergüten möchte. Aber er darf selbst auf eigenen Wunsch mit einem Honorarberater keine Provisionsberatung vereinbaren. So kann es sein, dass er mehrere Berater, also auch Provisionsberater, zu Rate ziehen muss. Zudem ist Honorarberatung, das zeigt das Beispiel Großbritanniens, für viele Kleinanleger oft zu teuer. Bei der Provisionsberatung hingegen zahlt, wer wenig anlegt, auch wenig Provision.

Ungemach droht allenfalls von der Europäischen Union. Schon bald wird das Europäische Parlament über die Einführung der Beraterrichtlinie Mifid II entscheiden, Verbot von Provisionen nicht ausgeschlossen.

Foto: Anderes Land, andere Regeln. Noch ist die Provisioonsberatung in Deutschland nicht verboten. (Quelle: vvw)

Links: Bericht der Börsenzeitung (kostenpflichtig), Pressemitteilung Nr. 176 vom 07.06.13 des Verbraucherschutzministeriums

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