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Brexit trübt Konjunktur in Deutschland

19.07.2016 – Grossbritannien Flagge London by_Andrea Damm_pixelio.deDie deutsche Wirtschaft könnte in eine Rezession geraten, warnt die Hans-Böckler-Stiftung. Wichtigster Grund dafür ist der Brexit, der auf den Finanzmärkten für Unsicherheit sorgt. Der Konjunkturindikator des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Stiftung beziffert die Wahrscheinlichkeit einer Rezession bis Ende September auf 21 Prozent. Im Juni lag sie noch bei 8,8 Prozent.

“Die latente Unsicherheit, die bereits in den vergangenen Monaten über der eigentlich günstigen Konjunkturentwicklung schwebte, und die zu starken Schwankungen der Rezessionswahrscheinlichkeit geführt hatte, hat sich mit dem Votum der Briten verfestigt”, kommentiert IMK-Ökonomin Sabine Stephan.

Das IMK geht davon aus, dass der Brexit im kommenden Jahr spürbare Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum in Deutschland haben wird. Durch die Unsicherheit kommen die Investitionen in der deutschen Wirtschaft weitgehend zum Stillstand, das schwache Pfund wird die deutschen Exporte nach Großbritannien dämpfen. Ihre Wachstumserwartung für 2017 haben die Ökonomen auf 1,3 Prozent reduziert.

In den IMK-Konjunkturindikator fließen zahlreiche Daten aus der Real- und der Finanzwirtschaft ein. Darüber hinaus berücksichtigt das Instrument Stimmungsindikatoren. Das IMK nutzt dabei die Industrieproduktion als Referenzwert für eine Rezession, weil diese rascher auf einen Nachfrageeinbruch reagiert als das Bruttoinlandsprodukt. Das nach dem Ampelsystem arbeitende Frühwarninstrument bleibt aktuell im grünen Bereich (keine Rezessionsgefahr bei Werten unter 30 Prozent), nähert sich allerdings der gelben Stufe. Das Frühwarnsystem signalisiert eine Rezession, wenn die Industrieproduktion über fünf Monate um mindestens ein Prozent schrumpft.

Die stärksten negativen Impulse erhält der Indikator von den Finanzmärkten. Das IMK plädiert in dieser Situation dafür, dass der Staat in Deutschland und anderen Euro-Ländern den Stau bei den öffentlichen Investitionen auflöst. Damit könne er auch den Unternehmensinvestitionen dringend benötigte Impulse verleihen. (vwh/ba)

Foto: Andrea Damm/pixelio

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