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BKA meldet hohe Schäden durch Wirtschaftskriminalität

25.07.2014 – einbrecher_sims_kleinDelikte der Wirtschaftskriminalität verursachten 2013 Schäden von 3,82 Mrd. Euro und damit knapp zwei Prozent mehr gegenüber dem Vorjahr (3,75 Mrd. Euro). Die Schäden belaufen sich damit auf rund 50 Prozent des Gesamtschadensvolumens aller in der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) 2013 erfassten Straftaten – und das bei einem Anteil der Wirtschaftskriminalität von nur 1,2 Prozent an der registrierten Gesamtkriminalität.

Entgegen der Entwicklung der Schäden gingen 2013 die registrierten Fälle von Wirtschaftskriminalität zurück – um rund zwölf Prozent auf 71.663 Straftaten.

Die Aufklärungsquote im Bereich der Wirtschaftskriminalität betrug im vergangenen Jahr 92 Prozent (2012: 91 Prozent) und war damit höher als bei den insgesamt polizeilich bekannt gewordenen Straftaten (55 Prozent).

Die Zahl der registrierten Tatverdächtigen lag 2013 bei 31.459. Das sind rund zehn Prozent weniger als im Vorjahr (34.828).

In 13 Prozent der Fälle von Wirtschaftskriminalität wurde 2013 das Internet genutzt. Dies stellt einen Rückgang um zwölf Prozent dar und unterstreicht den rückläufigen Trend der letzten fünf Jahre. 68 Prozent der unter Nutzung des Internets begangenen Fälle betreffen den Bereich der Wirtschaftskriminalität bei Betrug, bei dem ein deutlicher Rückgang der Fallzahlen zu verzeichnen ist. Im vergangenen Jahr wurden hier 38.357 Fälle erfasst und damit 20 Prozent weniger als 2012.

Die Tatsache, dass die Anzahl dieser Delikte im Jahr 2013 deutlich rückläufig war, kommt als Erklärung für den Rückgang der Fallzahlen im Bereich des Tatmittels Internet in Betracht.

Gleichwohl kommt der Bekämpfung der Betrugsdelikte aufgrund der immensen Schäden eine besondere Bedeutung zu.

Bei den Anlage- und Finanzierungsdelikten verzeichnete das BKA einen Anstieg um 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Gleiches gilt für den Betrug und die Untreue im Zusammenhang mit Kapitalanlagen (+ 27 Prozent). Der starke Anstieg steht im Zusammenhang mit einem bei der Polizei in Frankfurt am Main geführten umfangreichen Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Kreditwesengesetz und weiterer zahlreicher Straftaten.

Beim Abrechnungsbetrug im Gesundheitswesen wurden 2013 insgesamt 4.697 Fällen in der PKS registriert. Das ist nicht nur ein Anstieg um rund sieben Prozent im Vergleich zu 2012, die Fallzahl liegt zudem über dem Mittelwert der letzten fünf Jahre (4.100 Fälle). Der registrierte Schaden sank dagegen um 36 Prozent auf etwa 41 Mio. Euro. Die dennoch hohe Summe resultiert aus dem Betrug zum Nachteil von Selbstzahlern, Beihilfestellen, Krankenkassen und –versicherungen. Bei den Betrügern handelt es sich um Angehörige medizinischer oder pharmazeutischer Berufe sowie Krankenhäuser und Sanatorien. Der Abrechnungsbetrug im Gesundheitswesen stellt eine besonders sozialschädliche Form der Wirtschaftskriminalität mit hohen Schadenssummen und negativer Auswirkung auf die Integrität des Gesundheitswesens dar.

BKA-Präsident Jörg Ziercke: “Die Lage im Phänomenbereich Wirtschaftskriminalität ist geprägt durch eine hohe Dunkelziffer, enorme Schäden und langjährige ressourcenintensive Großverfahren der Ermittlungsbehörden. Wirtschaftsdelikte werden noch immer zu selten zur Anzeige gebracht. Gleiches gilt für die Korruption – sie ist ein enger Begleiter der Wirtschaftskriminalität. Auch hier appelliere ich, Korruptionsfälle konsequent anzuzeigen, damit die Strafverfolgungsbehörden tätig werden können. Es muss in unser aller Interesse liegen, das Vertrauen in die Funktionsfähigkeit unserer Wirtschaftsordnung aufrechtzuerhalten.”

Die vollständige Aufstellung des BKA unter beigefügtem Link. (vwh)

Auszüge aus der Pressemitteilung des BKA vom 24.07.2014.

Bild: Wirtschaftskriminelle tragen eher weiße Krägen als Ringelshirts. (Quelle: vwh)

Link: Bundeslagebild Wirtschaftskriminalität 2013: Hohe Schäden trotz deutlichen Rückgangs der Fallzahlen

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