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Bitkom fordert konkrete Anwendungen des E-Health-Gesetzes

12.11.2014 – bitkom_logo_150„Deutschland hat auch zwölf Jahre nach dem Projektstart der elektronischen Gesundheitskarte erhebliche Defizite bei der digitalen Vernetzung des Gesundheitswesens“, sagt Dr. Pablo Mentzinis, E-Health-Experte des Bitkom, im Vorfeld der weltweit größten Medizinmesse Medica.

Der Bitkom begrüße daher die Pläne der Bundesregierung, mit dem Versorgungsstärkungsgesetz und dem E-Health-Gesetz den Ausbau der Gesundheitskarte voranzutreiben. Der Hightech-Verband Bitkom hat im geplanten E-Health-Gesetz die Festschreibung konkreter Anwendungen wie der elektronischen Patientenakte gefordert. Darüber hinaus müsse für die technische Standardisierungsarbeit im Gesundheitswesen eine unabhängige Institution geschaffen werden. Jetzt fordert der verband weitere Schritte:

Im E-Health-Gesetz sollte die Einführung der im Koalitionsvertrag genannten Anwendungen mit verbindlichen Zeitvorgaben geplant werden. Dazu zählen der elektronische Arztbrief, die elektronische Fallakte, die Speicherung von Notfalldaten auf der Karte, die automatische Überprüfung von Wechselwirkungen bei verschriebenen Medikamenten sowie ein digitaler Organspendeausweis. Gerade diese Anwendungen bringen sowohl den behandelnden Ärzten wie auch den Patienten einen greifbaren Mehrwert.

Ein großes Problem ist nach wie vor die Kompatibilität der bestehenden technischen Systeme im Gesundheitssektor. Bis heute fehlen gemeinsame Schnittstellen, die einen reibungslosen Austausch der Daten zwischen ambulanter und stationärer Versorgung sicherstellen, gleichgültig welche Software von den Ärzten genutzt wird. Dies hemmt die Marktentwicklung ganz erheblich. Mentzinis: „Für die Entwicklung technischer Schnittstellen im Gesundheitswesen ist die Schaffung einer unabhängigen Institution notwendig, die ohne Vetorecht für einzelne Akteure allein der Standardisierungsarbeit verpflichtet ist.“

Zudem muss der Gesetzgeber aus Sicht des Bitkom an einer gemeinsamen Infrastruktur für das Gesundheitswesen festhalten. Im Laufe der vergangenen Jahre haben Kassen, Kassenärztliche Vereinigungen und andere Akteure Teilnetze entwickelt, zum Beispiel für die Abrechnung von Leistungen. „Auf lange Sicht sind Parallelstrukturen nicht nur teuer, sondern auch riskant, denn das sehr hohe Sicherheitsniveau der elektronischen Gesundheitskarte und der Telematikinfrastruktur wird in den Teilnetzen nicht erreicht“, sagt Mentzinis. (vwh/ak)

Link: Medica-Website

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