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BGA: Kein Kirchturmdenken in der Verkehrspolitik

19.08.2016 – Autoverkehr_Rainer Sturm_pixelioDer Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen e.V. (BGA) begrüßt die Verkehrspläne bis 2030 von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU). Um den dramatischen Güterverkehr bewältigen zu können, müsse Deutschland nun zügig seine Hausaufgaben machen, forderte der Verband am Donnerstag in Berlin.

Demnach fordern 50 Prozent der Großhändler Investitionen in den Erhalt und Ausbau der Verkehrsinfrastruktur. Nur 41 Prozent erachten die digitale Infrastruktur als besonders wichtig. So gehe der Bundesverkehrswegplan 2030 mit jährlichen Investitionen in Höhe von 15 Mrd. Euro in die richtige Richtung, betont der Verband.

Mit der Ausrichtung auf den Erhalt und Ausbau von Engpässen im Straßennetz setze der Bedarfsplan zudem die richtige Priorität einschließlich einer stärkeren Orientierung am gesamtwirtschaftlichen Nutzen als bisher, konstatiert der BGA. “Es muss endlich Schluss sein mit dem Kirchturmdenken der Vergangenheit!”, fordert Carsten Taucke, Vorsitzender des BGA-Verkehrsausschusses.

“Die Lieferketten sind trotz besorgniserregender Renationalisierungstendenzen so global aufgestellt wie nie zuvor. Die damit verbundene, wachsende Verkehrsleistung stellt die Unternehmen angesichts einer Infrastruktur mit großen Defiziten, verbunden mit drastischen Emissionsschutzzielen, vor enorme Aufgaben”, ergänzt der Experte.

Dabei werde die Straße auch in den kommenden Jahren die Hauptlast des gesamten Transportaufkommens tragen, betont der Verband der Großhändler. Kritik gab es hingegen an der Mittelverteilung. So würden rund 50 Prozent des Gesamtvolumens von knapp 270 Mrd. Euro in die Straße fließen, obwohl diese bereits heute einen Anteil von über 70 Prozent des Verkehrsaufkommens schultern müsse – mit weiter steigender Tendenz, so der BGA (siehe DOSSIER).

Daher entspreche die Mittelverteilung nicht dem Bedarf des Wirtschaftsstandortes Deutschland und eine verstärkte Investition in die Straße hätte einen deutlich größeren volkswirtschaftlichen Nutzen, kritisiert Taucke: “Weniger Engpassbeseitigungen bedeuten jedoch erhebliche Nachteile – für die Bürgerinnen und Bürger, für die gewerbliche Wirtschaft und nicht zuletzt für die Umwelt.”

Daran werde auch die nochmalige Anhebung des Anteils der Bahnprojekte nichts ändern, ergänzt der BGA-Experte, vor allem wenn sich die Bahn weiter aus der Fläche zurückziehen wolle. Einen erheblich größeren Investitionsbedarf habe zudem das Wasserstraßennetz, das erheblich unter den sanierungsbedürftigen Schleusen leide, kritisiert Taucke weiter. (vwh/td)

Bildquelle: Rainer Sturm / pixelio.de

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