Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 

- Anzeige -

Befristete Lösung bei der Hebammen-Haftpflicht

15.04.2014 – hebammen-150Die freiberuflichen Hebammen stehen im Streit um stark gestiegene Tarife für Haftpflichtversicherungen vor einer befristeten und auch teuren Lösung. Eine Gruppe von Versicherern bietet ein auf ein Jahr befristetes Angebot mit einer Steigerung der Prämien um 20 Prozent an, wie der Deutsche Hebammenverband mitteilte.

Eine in der Geburtshilfe tätige freiberufliche Hebamme müsste damit eine Versicherungssumme von über 6.000 Euro pro Jahr bezahlen. Laut Recherchen der Süddeutschen Zeitung teilen sich unter der Federführung des Versicherungsmaklers Securon die Versicherungskammer Bayern (55 Prozent), die R+V (30 Prozent), die Debeka, die Württembergische und Ergo (zusammen 15 Prozent) das Risiko. Die Nürnberger Versicherung hatte den Rückzug ab 2015 angekündigt. Deren Part würden nun die Versicherungskammer Bayern mit fünf Prozent und die Debeka, Württembergische und Ergo übernehmen – allerdings befristet auf ein weiteres Jahr.

Die Geburtshelferinnen fürchten aufgrund der gestiegenen Versicherungskosten um ihre Existenz. Unklar bleibt, wie die Mehrkosten von den Krankenkassen ausgeglichen werden können. Auslöser für die höheren Tarife von Haftpflichtversicherungen sind die hohen Schadenersatz-Summen, die Versicherungen im Fall von Fehlern der Hebammen leisten müssen. „Um die Prämienspirale zu stoppen, fordern wir nach wie vor eine politische Lösung. Wir brauchen einen öffentlich finanzierten Haftungsfonds, aus dem die Schäden über einer bestimmten Deckungssumme bezahlt werden. Außerdem müssen die Regressforderungen der Kranken- und Rentenversicherungen an die Hebammen gedeckelt werden“, erklärte Martina Klenk, Präsidentin des Deutschen Hebammenverbandes.

Hintergrund: Vor zehn Jahren zahlten Hebammen etwa 450 Euro pro Jahr für die Berufshaftpflicht, während 2013 schon 4.200 Euro fällig wurden. Laut GDV sind die Ausgaben für schwere Geburtsschäden von 2003 bis 2013 um fast 80 Prozent gestiegen. Das bedeutet: Jedes Jahr verteuern sich schwere Geburtsschäden um fast sieben Prozent. Unterläuft bei einer Geburt ein Fehler und das Kind ist schwer geschädigt, leistet der Versicherer im Durchschnitt heute 2,6 Mio. Euro. 650.000 Geburten in Deutschland pro Jahr stünden zwölf Großschäden gegenüber. Laut Hebammenverband, der 18.300 Mitglieder zählt, werden 100 mögliche Schadensfälle gemeldet, von denen dann 50 juristische Folgen hätten. (vwh)

Foto: Die Hebammen sehen in der aktuellen Zwischenlösung ein “Sterben auf Raten”, wollen, dass die Politik mehr Verantwortung übernimmt. (Quelle vwh)

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten