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Barmer Report: Herzpatienten schneller wieder draußen, bald aber wieder zurück in der Klinik

23.07.2014 – OP_BarmerSchneller wieder aus dem Krankenhaus: In Deutschland hat sich die Behandlung der koronaren Herzkrankheit spürbar erhöht – die Zahl der Eingriffe mit beschichteten Stents stieg zwischen 2005 und 2013 um 227 Prozent auf 204.400. Das ist ein Ergebnis des Barmer Krankenhaus Reports.

2013 wurden bei 61 Prozent aller Eingriffe zur Öffnung verengter Herzkranzgefäße beschichtete Stents eingesetzt. Aufwendige Bypass-Operationen am offenen Herzen verzeichnen einen Rückgang um 24 Prozent und der Anteil an Behandlungen mittels sogenannter Ballondilatation verharrt auf niedrigem Niveau. Die Zahl der Eingriffe mit unbeschichteten Stents sank um 71 Prozent.

“Beschichtete Stents dürften heute bei der Behandlung verengter Herzkranzgefäße den Standard darstellen. Wir fragen uns allerdings, ob sich dieser Zuwachs ausschließlich medizinisch begründen lässt oder der Preis die Menge der Eingriffe beeinflusst”, kommentierte Rolf-Ulrich Schlenker, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Barmer, die Studienergebnisse. Zur Verdeutlichung: Die durchschnittliche Verweildauer bei Bypass-Operationen beträgt 16,3 Tage, bei Stents – je nach Ausführung – zwischen 5,9 und 7,7 Tagen. Die Kosten im Krankenhaus für die sogenannte koronare Revaskularisation lagen 2013 bundesweit bei 2,7 Mrd. Euro.

Komplikationen nach Herz-OP

(Klicken zum Vergrößern) Grafik: Je nach Eingriffsart variieren die Zahlen der erneuten Eingriffe bei Herzpatienten. (Quelle: Barmer)

Innerhalb des ersten Jahres unterziehen sich 20 Prozent der Patienten, die mit einem beschichteten Stent behandelt wurden, einem erneuten Eingriff. Zum Vergleich: In randomisierten kontrollierten Studien liegt die Reinterventionsrate nach beschichteten Stents bei etwa drei bis vier Prozent und damit erheblich niedriger als in der aktuellen Routineversorgung.

Zu den Kosten der verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten: Im Jahr 2012 lagen die durchschnittlichen Ausgaben je Krankenhausfall für eine Bypass-Operation bei 19.145 Euro. Demgegenüber sind die Fallkosten bei den perkutanen Interventionen deutlich geringer. Sie betragen 5.453 Euro (beschichteter Stent), 5.565 Euro (unbeschichteter Stent) bzw. 5.159 Euro (Ballondilatation). Zwischen 2005 und 2012 sind die Fallkosten bei der Ballondilatation um 33,3 Prozent und bei den unbeschichteten Stents um 26 Prozent gestiegen. Dagegen sind die Fallkosten beschichteter Stents in diesem Zeitraum um 3,1 Prozent gesunken. (vwh)

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