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Bafin bewertet Versicherer schlechter als Banken

13.05.2016 – Nach Einschätzung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) hat sich die Qualität der Versicherer im vergangenen Jahr verschlechtert. 68,2 Prozent der Versicherungsunternehmen bewertet die Bafin mit den Noten A und B. Die deutschen Banken sind nach Einschätzung der Aufsicht zu 90,9 Prozent Institute mit Top-Qualität.

Im Zuge von Solvency II haben vor allem die kleinen Versicherer ihr Risikomanagement verbessert. 10,8 Prozent der Versicherungsunternehmen stuft die Bafin in ihrem hausinternen Rating als Häuser mit Top-Qualität ein. Davon sind bei 8,3 Prozent der A-Versicherer die Marktauswirkungen gering. Erstmals stuft die Aufsichtsbehörde die großen Unternehmensgruppen gesondert ein. In der Qualität unterscheiden sich die großen Gruppen nicht viel vom restlichen Markt. Big ist nicht immer gleich beautiful.

Nach Einschätzung der Bafin sind die Banken im Risikomanagement viel weiter als die Versicherer. 38,1 Prozent haben Top-Qualität, schreibt die Behörde in dem jetzt erschienen Jahresbericht. Bei den Versicherern sind das nur 10,8 Prozent. Nur 9,1 Prozent der Banken haben die schlechten Ratings C und D. Bei den Versicherern gehören 31,8 Prozent der Unternehmen zu den potenziellen Sorgenkindern der Aufsicht.

Die Aufsicht bewertet in ihrem internen Rating die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Unternehmen, das Wachstum und die Qualität des Managements. Anhand dieses Ratings steuert die Bafin ihre Prüfungsaktivitäten. Neben der wirtschaftlichen Lage will sie in diesem Jahr vor allem die Anforderungen an die Geschäftsorganisation der Versicherer oder an Personen mit Schlüsselaufgaben prüfen. Ein besonderes Augenmerk werden die Bonner der Überwachung der Governance schenken. Hinzu kommt die Umsetzung der neuen Vorgaben zur Berichterstattung unter Solvency II und die Verwendung interner Modelle, kündigt die Bafin in ihrem Jahresbericht an.

Derzeit arbeiten 22 Versicherer mit einem internen Modell für Solvency II, darunter vier Rückversicherer, zwölf Sachversicherer, drei Krankenversicherer und drei Lebensversicherer. Fünf weitere Versicherer arbeiten mit einem partiell internen Modell. Weitere Anträge werden im Laufe des Jahres geprüft. (ba)

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