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Autonomes Fahren: Technologiesprung, Produktivitätssteigerung und Riesen-Hype

04.03.2015 – Autonomes_Fahren_MercedesEs braucht Grundregeln für das autonome Fahren und die hat Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) für Herbst versprochen. Dass ein autonomes Auto sicherer fährt, hält Siegfried Brockmann, Leiter der Unfallforschung der Versicherer, zunächst für eine Behauptung. McKinsey sieht indes vor allen Dingen die Potenziale, neue Geschäftsfelder zu erschließen.

Siegfried Brockmann plädiert für den Fahrer aus Fleisch und Blut: “Immerhin verursacht er nur alle drei Millionen Kilometer oder alle 218 Jahre einen Unfall mit Personenschaden. Deshalb ist es erst einmal eine Behauptung, dass ein technisches System es besser kann.” Die Fehler, die der Mensch macht, können Fahrassistenten ausbügeln.

Den Beweis, dass autonome Fahrzeuge sicherer seien, sieht beim aktuellen Hype noch nicht erbracht. “Auch auf mittlere Sicht reden wir doch nur von Anwendungen auf Autobahnen. Dort haben wir aber nur 13 Prozent aller Getöteten in Deutschland”, sagt er gegenüber dem GDV. “Von den politisch Verantwortlichen darf man erwarten, dass sie bei den anstehenden Rechtsänderungen nichts zulassen, das unsicherer sein könnte, als der Status Quo.” Auch ethische Fragen des autonomen Fahrens sind noch nicht geklärt.

McKinsey hat in einer aktuellen Studie die Auswirkungen auf die Autoindustrie untersucht. Im Mittelpunkt Produktivitätszugewinne: “Jede zusätzliche Minute im Auto, in der die Menschen ungestört mobil im Internet surfen, bietet weltweit ein Umsatzpotenzial von fünf Milliarden Euro jährlich”, erklärt Detlev Mohr, Leiter der europäischen Automobilberatung von McKinsey.

Neue Geschäftsmodelle sieht der Wirtschaftsberater aufkommen. Autohersteller könnten rund um diese neue Technologie innovative Geschäftsmodelle aufbauen, beispielsweise durch Unterhaltungsangebote oder individuell zugeschnittene Wartungspakete, die das Fahrzeug in die herstellereigenen Werkstätten lotsen.

Das Geschäftsmodell der Kfz-Versicherungen steht, so McKinsey, hier vor massiven Änderungen. Bisher stehen individuelle Versicherungen aller Verkehrsteilnehmer gegen menschliches Versagen im Fokus, künftig liegt das Augenmerk auf der Versicherung weniger Autohersteller sowie Flottenorganisationen gegen technisches Versagen der Fahrzeuge. (vwh/ku)

Bildquelle: Mercedes

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