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Ausfall des Reisehöhepunkts führt laut Gerichtsurteil zu 20 Prozent Nachlass

23.09.2014 – Der Panamakanal bei Nacht: Bei einer siebzehntägigen Schiffsreise kann der Ausfall des Höhepunktes der Reise zu einem Minderungsrecht von 20 Prozent führen, nicht jedoch zu einem Schadensersatz wegen vertaner Urlaubszeit.

Die laut Prospekt als Reisehöhepunkt angekündigte Durchfahrt des Panamakanals hatte bei einer Schiffskreuzfahrt außerplanmäßig im Dunkeln stattgefunden. Das hatte ein Reiseteilnehmer als schwerwiegenden Mangel angesehen und die Minderung des Reisepreises und Schadenersatz wegen vertaner Urlaubszeit in Höhe von rund 4.000 Euro – der Hälfte des Preises – verlangt.

Das Amtsgericht München stellt fest, dass die Schiffsreise mangelhaft war, da die Durchfahrt durch den Panamakanal nicht wie vertraglich vereinbart gegen 6.00 Uhr morgens begonnen und gänzlich tagsüber durchgeführt wurde, sondern nur teilweise tagsüber, in der Dämmerung und in der Dunkelheit nachts. Die Tatsache, dass die Schleusen hell beleuchtet waren, sei in keiner Weise vergleichbar mit einer Tagesdurchfahrt, da für das Erlebnis der Durchquerung des Panamakanals insbesondere die Natur am Ufer entscheidend sei und nicht die Ansicht der beleuchteten Schleusen.

Das Gericht hält laut Pressemitteilung eine Minderungsquote von 20 Prozent für angemessen und ausreichend. Die Durchfahrt des Panamakanals wurde als einziger Programmpunkt in dem Prospekt als „Highlight“ bezeichnet und als besonderer Höhepunkt der Reise nach Mittelamerika . Der Gesamteindruck der Reisebeschreibung vermittle somit dem Reisenden, dass die Durchfahrt des Panamakanals als besonderer Höhepunkt der Reise anzusehen ist. (Az. 182 C 15953/13)

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