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Arge Versicherungsecht mit Ergebnissen zur Regulierung

16.09.2013 – Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) verweist in seinem im Juli vorgelegten „Servicebarometer Assekuranz” von der YouGov Deutschland AG, dass 90 Prozent der Befragten die Regulierung eines Schadens als positiv bewerten. Für das sehr enge Segment der Fälle, die bei Rechtsanwälten landen, hat die Arbeitsgemeinschaft Versicherungsrecht des Deutschen Anwaltsvereins (ARGE) nun eine Umfrage unter 1.889 Anwälten durchgeführt.

In der Schaden- und Unfallversicherung landen nach Aussagen des GDV nur 0,6 Prozent der Versicherungsfälle vor Gericht. In der Berufsunfähigkeitsversicherung sind es zwei Prozent. Das zeigt, wie klein dieser Anteil gemessen an dem Volumen des Gesamtmarktes mit mehr als 450 Millionen Versicherungsverträgen und täglichen Auszahlungen von 500 Millionen Euro an Leistungen ist. Bei den Anwälten werden laut den Ergebnissen der Umfrage knapp drei Viertel Deckungsstreitigkeiten überwiegend außergerichtlich geklärt. 34 Prozent der Befragten sagten, „dass die Schadenregulierung oftmals unvertretbar lange verzögert oder vereitelt wurden”. 28 Prozent gaben an, „dass die Aussage voll und ganz zutrifft”. 22,8 Prozent teilten die Einschätzung, „dass die Annahme eher zutrifft”. Dass „die Annahme nicht zutrifft” sagten 9,4 Prozent. Für 2,9 Prozent stimmte das „nicht” und für 2,1 Prozent „gar nicht”. Wenn kein Anwalt aufgesucht wird, wenden sich die Versicherten an den Versicherungsombudsmann. Statistisch wendet sich aber gerade einmal jeder 26.000ste Kunde an ihn.

Die Arbeitsgemeinschaft Versicherungsrecht hält eine Änderung des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG) insoweit für wünschenswert, „als Gebührenstreitigkeiten nicht mehr auf dem Rücken des Verbrauchers ausgetragen werden müssten, sondern Rechtsschutzversicherer und Rechtsanwälte sich direkt – im Zweifel auch vor Gericht – über die Angemessenheit von in Rechnung gestellten Gebühren auseinandersetzen könnten”. Den Beweis liefert das Ergebnis einer Frage, die darauf abzielte, ob es wünschenswert sei, „wenn durch das VVG geregelt werden könnte, dass der Freistellungsanspruch des Versicherungsnehmers gegen den Rechtsschutzversicherer an den von ihm beauftragten Rechtsanwalt auch ohne Zustimmung des Versicherers abgetreten werden kann”. 63,8 Prozent bejahten diese Frage, 20,9 Prozent verneinten diese. Und 15,5 Prozent gaben an, diese Frage nicht beurteilen zu können. Aus Sicht der Arbeitsgemeinschaft Versicherungsrecht ergab sich diese Fragestellung, weil eine „zunehmend beobachtete Praxis der Rechtsschutzversicherer, vor allem im Bereich der Rahmengebühren des § 14 RVG die von Rechtsanwälten in Rechnung gestellten Gebühren zu kürzen und einen niedrigeren Betrag zu zahlen als vom Rechtsanwalt berechnet”, zu beobachten sei. Der Deutsche AnwaltVerein (DAV) möchte in der kommenden Legislaturperiode einen Vorschlag zur Änderung beziehungsweise Ergänzung des VVG unterbreiten.

Link: Zusammenfassung der Arge Versicherungsrecht zur Umfrage „Regulierungsverhalten der Versicherer” (PDF)

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