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Am politischen Aschermittwoch geht es erst richtig los!

06.03.2014 – aschermittwoch-150“Am Aschermittwoch ist alles vorbei” heißt es im berühmten Karnevalslied von Jupp Schmitz aus dem Jahr 1953. Für die Politik gilt dies ganz und gar nicht, am Aschermittwoch geht es hier erst richtig los. Auch wenn die Leitfiguren der Großen Koalition Stabilität, Geschlossenheit und Eintracht verbreiten, schon in Reihe zwei ist deutliche Rauflust zu verspüren, wie ein Blick in die niederbayerischen Bierhallen entlarvt.

Der Politische Aschermittwoch stand in diesem Jahr unter dem Vorzeichen von Wahlen: In Bayern sind am 15. März Kommunalwahl und am 25. Mai stehen bundesweit die EU-Wahlen auf dem Programm.

Noch ganz moderat zeigte sich der Bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer: “Die SPD sucht ihre Zukunft immer noch in der Vergangenheit” und weiter, “es ist keine Schande, wenn man nach dem Willen der Bevölkerung Politik macht.”

Dieser wurde dann von Bayerns SPD-Chef Florian Pronold angegriffen. Pronold lästert über die angeblich so hohen Zuschauerzahlen der Konkurrenz beim Politischen Aschermittwoch: “Die haben das letzte Mal den ADAC beauftragt, ihre Zuschauerzahlen zu berechnen.” Dieses Jahr müsse der neue Generalsekretär Andreas Scheuer die Zahlen nennen. “Mal schauen, ob er das besser hinkriegt als seine Doktorarbeit”, spottete Pronold. Und über den Ministerpräsidenten: “Lieber Horst Seehofer, du musst keine Angst vor Windrädern habe. Es gibt kein Windrad in Bayern, das sich so schnell drehen kann wie du!” Und: “Ich glaube, Horst Seehofer ist der einzige Mensch, der abends mit einer anderen Meinung ins Bett geht als er morgens aufwacht.” Darauf Seehofer: “Es ist die fröhliche Hoffnungslosigkeit” der SPD, und er freut sich weiter: “Bayern ist wieder der schwärzeste Erdteil Europas.”

Das Hin und Her der CSU beim Thema Lehrerstellen nahm Hubert Aiwanger von den Freien Wählern aufs Korn: “Die CSU sagt: Warum Lehrer? Warum Bildung? Doktortitel kann man sich doch kaufen.”

Nicht lumpen ließ sich auch der bayerische Grünen-Fraktionschef Ludwig Hartmann: “Eher wird sich ein Metzgershund einen Wurstvorrat anlegen als Seehofer die Energiewende voranbringen”, rief dieser, ein altes Wort von Franz-Josef Strauß abwandelnd in die jubelnde Menge. Bescheidenheit hingegen bei der FDP. Deren neuer Vorsitzender in Bayern, Albert Duin, sagte: “Ich bin der Neue, und ich komme jetzt öfter”, den 300 Besuchern erklärte er: “Treten Sie ein, bei uns gibt es keine Ökotanten.”

Gregor Gysi wiederum wandte den CSU-Spruch “Wer betrügt, der fliegt” auf die Classe Politique in Berlin an und sagte: “Ich weiß gar nicht was Seehofer will. Soll der halbe Bundestag nach Hause geschickt werden?”

AfD-Chef Bernd Lucke schließlich arbeitete sich ebenfalls an der CSU bzw. Peter Gauweiler ab: “Crazy Horst” habe sogar Angst vor der AfD. Deshalb habe Seehofer Peter Gauweiler als “Pin-up-Girl ins Rennen geschickt, um die CSU-Wähler zu binden”.

“Die Schwüre von Treue sie brechen entzwei”, heißt es im o.g. Karnevalslied in Zeile zwei. Das zumindest scheint deckungsgleich beim Aschermittwoch der Jecken wie dem der Politik. (vwh)

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