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Altkanzler Schmidt: Deutsche werden zu Kasse gebeten

19.09.2013 – Wenige Tage vor dem Bundestagswahl haben sich die Altkanzler Helmut Schmidt und Gerhard Schröder in einem Gespräch mit der Bild-Zeitung zu den wachsenden europäischen Schulden kritisch geäußert. „Spätestens im Laufe des Jahres 2014 werden wir Deutsche – vor allem wegen der schwierigen Lage in Griechenland, in Portugal und in anderen Ländern Südeuropas – von allen Seiten zur Kasse gebeten”, sagte Schmidt.

Der Altkanzler sagte, dass sich die Bevölkerung darauf einstellen müsse, obwohl Kanzlerin Merkel „das Volk eingestimmt hat”, nicht weiter zu zahlen. „Das ist eine sehr unerfreuliche Situation und viele werden das nicht gerne hören. Aber es wird sich in wenigen Monaten herausstellen, dass es die Wahrheit ist.” Schmidt hält nach seinen Aussagen gegenüber Bild die Zukunft der gemeinsamen Währungsgruppe aus 17 Staaten für „höchst zweifelhaft”. Schröder erläuterte in diesem Zusammenhang, dass die Schuldenländer „kein Spardiktat” hören wollen und verwies darauf, das „die Deutschen vom Euro am meisten profitiert” hätten. Um das weiter zu gewährleisten, müsste Deutschland die Schuldenländer stützen. Er erinnerte an den Plan von Kanzlerkandidat Peer Steinbrück, die Impulse zu setzen, um die Jugendarbeitslosigkeit vor allem im Süden Europas zu bekämpfen.”

Indes kündigt Finanzminister Wolfgang Schäuble mitten im Wahlkampf weitere Hilfen für Griechenland an und verteidigt das Anleihekaufprogramm der Europäischen Zentralbank. In ihrer aktuellen Wochenausgabe thematisiert die Wirtschaftswoche die Schwierigkeiten der Eurorettung unter dem Titel: „Euro-Rettung hat keine Chance”. Das Magazin kritisiert, dass Schäuble bei der Berechnung der deutschen Haftungsrisiken die Target2-Kredite außen vor lasse. Die Bundesbank habe gegenüber anderen Zentralbanken der Eurozone „Forderungen im Volumen von 574 Milliarden Euro”  aufgebürdet bekommen. Wenn Länder zahlungsunfähig werden und aus der Währungsunion austreten, würden „deren nationale Zentralbanken ihre Verbindlichkeiten aus dem Target2 genannten Verrechnungssystem von Zahlungsströmen nicht begleichen können. Damit seien substantielle Verluste für die Gegenparteien in anderen Euro-Ländern inklusive Zentralbaken und Staaten verbunden. Überhaupt hingen die Chancen der Euro-Rettung, so die Wirtschaftswoche weiter, von der künftigen Zinsentwicklung ab. Wolle man „keine Schuldenschnitte zulassen”, bliebe nur die monetäre Staatsfinanzierung. Schäuble habe sich „offenbar für die Alternative mit der  Notenpresse entschieden”. (Siehe auch DOSSIER)

Link: Wirtschaftswoche: Euro-Rettung hat keine Chance

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