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Alternde Bevölkerung kostet Milliarden

13.10.2016 – Rainer Sturm_pixelio.deDas Institut der deutschen Wirtschaft (IW) schlägt Alarm: Den deutschen Staatsfinanzen droht wegen der fortschreitenden Überalterung binnen zwei Jahrzehnten ein spürbarer Einbruch. Nach einer Studie wird die Lohn- und Einkommensteuer dem Fiskus 2035 real 18 Mrd. Euro weniger in die Kassen bringen als derzeit. Das wäre ein Rückgang um sieben Prozent.

Während Wissenschaft und Politik die Auswirkungen des demografischen Wandels auf die Rentenkassen bereits intensiv diskutieren, werden die Folgen für die Steuereinnahmen meist ausgeblendet. Das könnte fatal sein, warnt das IW. Noch sei in Deutschland kaum etwas vom demografischen Wandel zu merken: Die Bevölkerung wachse und die Zahl der Arbeitnehmer liege auf Rekordniveau. Davon profitiere auch das deutsche Renten- und Steuersystem durch Milliarden Mehreinnahmen. Doch das werde nicht so bleiben. Die Altersstruktur in der Bevölkerung verändere sich in den kommenden Jahrzehnten grundlegend. In 20 Jahren müssten zwei Berufstätige einen Rentner finanzieren. Das habe auch Folgen für den Fiskus. 2035 würden die Steuereinnahmen gemessen in heutigen Preisen um 18 Mrd. Euro geringer ausfallen als derzeit, rechnen die IW-Experten vor.

“Die Politik muss die aktuellen Haushaltsüberschüsse nutzen, um Rücklagen für die kommenden Jahre zu bilden, etwa in Form eines Demografie-Fonds”, fordert IW-Geschäftsführer Hubertus Bardt. Damit könnten die finanziellen Folgen des demografischen Wandels abgefangen werden. Zudem müsse die Frage beantwortet werden, welche öffentlichen Leistungen die Gesellschaft langfristig benötige und wie diese finanziert werden können. “Die Politik hat nur noch zwei Legislaturperioden Zeit, die Weichen so zu stellen, dass die simulierten Ergebnisse nicht Realität werden.” (vwh/wo)

Bild: Rentnerin beim Golf am Meer (Rainer Sturm / pixelio.de)

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