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Allianz-Vorstand Wemmer: EU-Kommission muss raus aus dem Bürokratie-Moloch

18.07.2016 – wemmer dieter allianzGroßbritanniens EU-Austritt hat die Finanzmärkte erschüttert. Doch die Versicherer bleiben cool. Sie trifft der Brexit nur bedingt. Trotz aktueller Verschiebungen sieht Allianz-Finanzvorstand Dieter Wemmer keine Alternative zur Europäischen Union. Ein großes Problem für Zukunft bestehe aber darin, wie es die EU-Kommission schaffen kann, sich vorteilhafter bei der allgemeinen Bevölkerung darzustellen und nicht nur als Bürokratie-Moloch zu erscheinen.  

“Der Austritt Englands aus der Europäischen Union, der per Volksabstimmung beschlossen wurde, hat ganz wenige Auswirkungen auf die Allianz”, sagt Wemmer in der Börsenzeitung. “Denn unser dortiges Schaden- und Unfallversicherungsgeschäft hat einen eigenen Rechtsträger.” Zwei Einflüsse auf den Konzern könnte es dennoch geben: Erstens würden sich die Volumina mit einer reduzierten Dynamik des Bruttosozialprodukt-Wachstums voraussichtlich gedämpfter entwickeln. Zweitens reduziere der niedrigere Pfund-Kurs die Dividende, die die englische Tochter an den Konzern zahlen würde.

“Wir haben tatsächlich eine starke Reaktion bei europäischen Finanztiteln gesehen”, berichtet der Allianz-Finanzvorstand. “Doch selbst im Bankensektor, der durch die Brexit-Entscheidung stärker betroffen ist, ist viel Übertreibung drin.” Die Aktienmärkte hätten sich nach zwei Wochen wieder auf dem Vor-Referendums-Niveau eingependelt. Ein akutes Abschreibungsrisiko bestehe nicht.

Im Assetmanagement-Geschäft werde nun geprüft, welche Fonds die Allianz weiterhin von London aus in der EU vertreiben kann. “Dies ist nicht dramatisch, aber ein Beispiel dafür, dass ein Brexit alles komplizierter macht. Derartige Effekte kumulieren sich in einer Volkswirtschaft“, erklärt Wemmer. (vwh/mst)

Bild: Dieter Wemmer, Finanzvorstand der Allianz (Quelle: Allianz)

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