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Allianz Euro Monitor 2013: Erkennbare Fortschritte im Euroraum

11.12.2013 – eu-nacht-europaDer Allianz Euro Monitor misst in 15 Indikatoren die makroökonomischen Ungleichgewichte in der Eurozone. Die Ergebnisse für 2013 zeigen weitere Fortschritte im Euroraum. Michael Heise, Chefvolkswirt der Allianz SE, zu den Ergebnissen: „Trotz abklingender Euro-Schuldenkrise ist es jetzt wesentlich, das erforderliche Reformmomentum, auch in den Kernländern, aufrechtzuerhalten. Ermutigend ist die Tatsache, dass es allen Programmländern mit Ausnahme Zyperns gelungen ist, ihre Bewertung 2013 zu verbessern. Aber die Wegstrecke ist noch lang. Bei zunehmender Konjunkturdynamik in der Eurozone 2014, werden die Früchte der Reformen sichtbarer.“

Neun von siebzehn Euroraum-Ländern ist es gelungen, ihre Bewertung 2013 im Vergleich zu 2012 zu verbessern. Besonders erfreulich ist, dass dies auch für die bisherigen Programmländer gilt – allerdings mit Ausnahme von Zypern. So konnten sich Portugal und Griechenland steigern. Damit zeigt sich, dass die Konsolidierungs- und Reformanstrengungen überwiegend Früchte tragen. Allerdings überlagert die konjunkturelle Schwäche, die auch 2013 in vielen EWU-Ländern vorherrschte, eine deutlichere Sichtbarkeit der Reformanstrengungen. Dies zeigt sich nach wie vor in den Indikatoren wie beispielsweise dem Staatsdefizit, den Lohnstückkosten, der Binnennachfrage und die Arbeitsproduktivität.

In fünf Ländern hat sich die Bewertung nochmals verschlechtert und in zwei Ländern hat sie auf relativ niedrigem Niveau stagniert. Neben Zypern ist in diesem Zusammenhang vor allem die Entwicklung in Slowenien und Italien und sogar in den Niederlanden bedenklich. Das niederländische Wirtschaftswachstum hat gegenüber dem Vorjahr an Ausgewogenheit eingebüßt. Hauptursächlich hierfür sind die höhere Staatsverschuldung, die ungünstigere Entwicklung am Arbeitsmarkt und die schwächere Entwicklung der Binnennachfrage in den vergangenen fünf Jahren, während sich die Schuldendynamik im Unternehmenssektor verlangsamt. Wenngleich in Italien wichtige Reformen beschlossen wurden, um die Haushaltsstabilität zu fördern und das Wachstum anzukurbeln, stellt die vollständige Umsetzung dieser Reformen nach wie vor eine Herausforderung dar.

Die beiden Indikatoren mit den besorgniserregendsten Werten sind nach wie vor die Arbeitslosigkeit und die Binnennachfrage. In einer Reihe von EWU-Ländern hat sich die Beschäftigungssituation im Zuge der Schuldenkrise merklich eingetrübt. Die Spreizung im Hinblick auf die Arbeitsmarktsituation ist groß (nur Deutschland, Österreich, Luxemburg und Malta mit guter Bewertung).

Der Indikator mit den besten Resultaten ist inzwischen die Leistungsbilanz. Zwölf von siebzehn Ländern verfügen über einen Überschuss oder eine ausgeglichene Bilanz. Lediglich noch fünf Länder – Frankreich, Finnland, Estland, Griechenland und Zypern – weisen ein leichtes Leistungsbilanzdefizit von 1-2 Prozent gemessen am BIP aus.

Zu Deutschland schreibt die Allianz in ihrem Euro Monitor: Deutschlands beste Ergebnisse finden sich in der Kategorie „Private und außenwirtschaftliche Verschuldung“ (Indikatorwert 9,3). Von der Verschuldungslage des Privatsektors gehen in Deutschland keine Wachstumshemmnisse aus. Eine Schwäche der deutschen Wirtschaft ist nach wie vor die Entwicklung der Arbeitsproduktivität, die über die letzten fünf Jahre hinweg sogar minimal gesunken ist. (vwh)

Foto: Licht am Ende des europäischen Krisentunnels sieht die Allianz in ihrem diesjährigen Euro Monitor (Quelle: Nasa)

Link: Euro Monitor 2013

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