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Aktuarvereinigung empfiehlt Absenkung des Garantiezinses

09.01.2014 – Die Gerüchte haben sich bestätigt. Die Deutsche Aktuarvereinigung (DAV) hat dem Bundesfinanzministerium eine Absenkung des Garantiezinses für Lebensversicherungsverträge empfohlen. Das bestätigten gestern sowohl die DAV als auch das Bundesfinanzministerium.

Vor dem Hintergrund einer unveränderten Niedrigzinsphase schlägt die DAV für das Jahr 2015 vor, den Höchstrechnungszinssatz für Lebensversicherungsverträge mit Zinsgarantie auf 1,25 Prozent zu senken. So heißt es in der offiziellen Pressemitteilung der DAV. Da die weiteren ökonomischen und finanziellen Entwicklungen im Euroraum derzeit aber nur schwer abzuschätzen seien, halten es die Experten für „dringend angezeigt“, die weitere Zinsentwicklung genau zu beobachten und darauf basierend die jetzige Empfehlung im Laufe des dieses Jahres noch einmal zu überprüfen.

Das Bundesfinanzministerium prüft jetzt zusammen mit der Bafin die DAV-Empfehlung. Man sei nicht verpflichtet dieser zu folgen, heißt es aus Berlin. Beim Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) ist man von der Empfehlung der DAV, den Höchstrechnungszins abzusenken, nicht überrascht. „Den sogenannten Garantiezins bereits zum 1. Januar 2015 um 0,5 Prozentpunkte zu reduzieren wäre jedoch übereilt“, kritisiert der GDV. Weiter heißt es in der Erklärung:

  • Richtig ist, dass die Zinsentwicklung ausgesprochen volatil ist. Zudem kommen aus den USA vermehrt Signale, dass die lockere Geldpolitik in absehbarer Zeit beendet werden könnte.
  • Ein niedrigerer Garantiezins würde den Anreiz, zusätzlich vorzusorgen, deutlich mindern. Das kann aus sozialpolitischen Gesichtspunkten nicht gewünscht sein.
  • Die regulatorischen Rahmenbedingungen sollten bei einer Entscheidung über den Garantiezins berücksichtigt werden. Beispielsweise fordert Solvency II ab 2016 eine neue Form der Eigenmittelunterlegung für langfristige Garantien bei Lebensversicherungen.

Daher sollte eine vorschnelle Festlegung beim Höchstrechnungszins vermieden werden, fordert der GDV. vwh

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