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AGV-Mitgliederversammlung: GroKo-Gesetze, die es in sich haben

10.07.2014 – agv-logoIm Rahmen der gestern in München zu Ende gegangenen Mitgliederversammlung  des Arbeitgeberverbandes der Versicherungsunternehmen in Deutschland (AGV) wurden Wolfgang Flaßhoff (Huk-Coburg) und Rolf-G. Niemann (ehemals Zurich) aus dem Vorstand verabschiedet. Neu gewählt wurden Sarah Rössler (Huk-Coburg), Karsten Eichmann (Gothaer) und Andreas Eurich (Barmenia). Josef Beutelmann bleibt im Hinblick auf die bevorstehende Tarifrunde ein weiteres Jahr als Vorsitzender des Vorstands im Amt. “Gesetze, die es in sich haben”, seien durch die Große Koalition seit der Bundestagswahl 2013 auf den Weg gebracht worden.

Mit 23,5 Mio. Euro pro Jahr bezifferte Beutelmann die im Zusammenhang mit der Einführung der abschlagsfreien Rente ab 63 und der Mütterrente verbundenen Auswirkungen auf die Versicherungswirtschaft wegen der Aussetzung der Senkung des Rentenbeitrags von 18,9 Prozent- auf 18,3 Prozentpunkte. Das Pflegestärkungsgesetz führe durch Beitragssatzanhebungen von 0,3 Prozent in der ersten Stufe und 0,2 Prozent in der zweiten Stufe zu einer Kostenbelastung von 11,7 Mio. Euro bzw. 7,8 Mio. Euro für die Branche. Von der Einführung des Mindestlohns sei die Versicherungswirtschaft zwar kaum unmittelbar betroffen; der Mindestlohn könne jedoch inflationstreibend wirken, und jede Gehaltssteigerung um 0,1 Prozent koste die Versicherungswirtschaft zehn Mio. Euro pro Jahr, und dies auf Dauer.

In Bezug auf den zum 30. September 2014 auslaufenden Gehaltstarifvertrag für den Außendienst habe Verdi inzwischen ihren Forderungskatalog eingereicht, der neben einer Anhebung der Mindesteinkommen zwischen 6,2 und 6,8 Prozent eine Vielzahl weiterer massiver Forderungen enthalte. Für den Innendienst stehe die erste Verhandlungsrunde am 20. März 2015 ins Haus. In diesem Zusammenhang hob Beutelmann nochmals die Bedeutung längerer Laufzeiten der Tarifabschlüsse für die Planungssicherheit hervor. Im Rahmen der AGV-Initiative „Frauen in Führung“ wird am 7./8. Oktober 2014 in Köln eine weitere Tagung mit dem Thema „Networking, Change & Leadership“ stattfinden. Zum Thema „Frauen im Vertrieb“, habe bereits Anfang des Jahres ein Workshop stattgefunden. Auch hier erweise es sich als äußerst schwierig, Frauen zu gewinnen. Nur über eine Veränderung in der Unternehmenskultur könnten Fortschritte erzielt werden.

Michael Niebler, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des AGV, sah die Auswirkungen des Mindestlohngesetzes auf die Versicherungsbranche wie Beutelmann eher nachrangig. Eine Gefahr liege allerdings in einer Präjudizierung durch die Erhöhungssätze, die von der Mindestlohnkommission im Rahmen der alle zwei Jahre vorgesehenen Anpassungspflicht festgelegt werden sollen. Auch wenn dies im Gesetz keinen Niederschlag gefunden habe, gehe er jedoch davon aus, dass die diesbezüglich zwischen BDA und DGB zustande gekommene Einigung von der Mindestlohnkommission als Orientierungsmaßstab für die Anpassung berücksichtigt werde.

Von der abschlagsfreien Rente mit 63 würden nach einer internen Hochrechnung in den kommenden Jahren ca. 11.500 Innendienstmitarbeiter der Versicherungsbranche profitieren. Niebler verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass die Abschlagsfreiheit nur für gesetzliche Renten und nicht für Betriebsrenten gelte. Ebenso seien bereits abgeschlossene Altersteilzeitverträge von der neuen gesetzlichen Regelung nicht berührt.

Mit Vis-à-Vis kündigte Niebler eine neue Publikation des AGV an, in deren Mittelpunkt Menschen stünden, die sich mit Personalarbeit in der Versicherungswirtschaft beschäftigten, vom Gehaltsabrechner bis zum Vorstand. Entgegen dem vermeintlichen Trend erscheine Vis-à-Vis bewusst als Print-Produkt, werde auf Wunsch aber zusätzlich oder auch ausschließlich online angeboten. (kni)

Link: AGV sieht mit Sorge in die Zukunft – Politik gebiert Unsicherheit (VWheute, 09.07.2014)

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