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AfW: Sachkundeprüfung für Immobilienkreditvermittler kommt

19.08.2014 – Wer speziell Kredite für Wohnimmobilien vermittelt, wird künftig über einen neu geschaffenen Paragrafen 34i reguliert. Bisher ist die Kreditvermittlung über den Paragrafen 34c der Gewerbeordnung (GewO) geregelt. Damit erfüllt der deutsche Gesetzgeber die Vorgaben der EU-Wohnimmobilienkreditrichtlinie („Mortgage Credit Directive“) erfüllen, die bis zum 21. März 2016 in deutsches Recht umgesetzt werden muss. Auch eine sogenannte Alte-Hasen-Regelung für erfahrene Kreditvermittler ist geplant.

Dies berichtet der AfW, Bundesverband Finanzdienstleistung. Der Gesetzentwurf zur Regulierung der Finanzierungsvermittlung bei Wohnimmobilien stehe demnach kurz vor der Einleitung der Verbändeanhörung.

„Die Regelungen zur Umsetzung der Richtlinie ins Gewerberecht werden sich systematisch u.a. an der bereits durchgeführten Regulierung der Finanzanlagenvermittlung nach Paragraf 34f orientieren“, sagte Martina Giesler vom Wirtschaftsministerium beim AfW-Hauptstadtgipfel. Das bedeutet: „einen Sachkundenachweis mit Prüfung bei der IHK, eine Pflicht zur Berufshaftpflichtversicherung und eine Registrierung der Immobilienkreditvermittler.“ Der AfW Bundesverband Finanzdienstleistung schätzt, dass rund 15.000-20.000 Vermittler unter den neuen Paragrafen 34i fallen werden. Das Geschäftsfeld ist durchaus bedeutend: „In einer Online-Umfrage wurden über 600 Vermittler befragt. Demnach werden im Schnitt 17 Finanzierungen pro Jahr mit einer durchschnittlichen Kreditsumme in Höhe von 170.000 Euro pro Jahr vermittelt“, betonte Frank Rottenbacher, Vorstand des AfW.

Die Kredite seien insbesondere für das Cross-Selling ein wichtiges Produkt, da die Immobilienfinanzierung häufig zusammen mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung und einer Hinterbliebenenabsicherung vermittelt werde. Die künftig geforderte Sachkunde umfasst nach den Vorgaben der Richtlinie unter anderem angemessene Kenntnisse über die Kreditprodukte, die Rechtsvorschriften für Verbraucherkreditverträge, die Bewertung von Sicherheiten, die Verfahren des Immobilienerwerbs und die Verfahren zur Prüfung der Kreditwürdigkeit. Laut der Regierungsdirektorin soll es eine Übergangsfrist bis 2017 geben, dann muss spätestens die 34i-Erlaubnis vorliegen. Für erfahrene Vermittler ist eine Alte-Hasen-Regelung geplant, die sie unter bestimmten Voraussetzungen von der Sachkundeprüfung befreit. Der Gesetzentwurf soll im Herbst 2014 vorliegen.

In der Richtlinie werden Vermittlung und Beratung zwar unterschieden, aufsichtsrechtlich soll es jedoch nur eine Erlaubnis geben, die beides umfasst. Provisionen müssen dabei nach den Vorgaben der Richtlinie gegenüber dem Kunden offengelegt werden, erläuterte Giesler. Zusätzliche Anforderungen soll es nach der Richtlinie bei der „unabhängigen Beratung“ geben: „Der unabhängige Berater muss seiner Empfehlung eine ausreichende Zahl von auf dem Markt verfügbarer Immobilienkreditverträge zu Grunde legen und darf keine Provisionen vom Kreditgeber annehmen. (vwh)

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