Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 

Aba-Chef kritisiert Überregulierung durch Eiopa

15.10.2015 – Stiefermann_abaVon Aba-Geschäftsführer Klaus Stiefermann.

Während Brüssel unermüdlich eine Ausweitung der Betriebsrentensysteme anmahnt, entwickelt Eiopa Aufsichtsstandards, die kontraproduktiv sind. “Operation gelungen, Patient tot”, ist man geneigt zu denken.

Einrichtungen der bAV sind keine Finanzdienstleister, deren Kunden ihnen hilflos ausgeliefert sind. Es sind Sozialeinrichtungen im Sinne des Arbeitsrechtes. Wir brauchen daher eine EU-Aufsicht, die die Vielfalt der Systeme in Europa anerkennt, berücksichtigt und in deren Gremien auch Arbeitgeberinteressen vertreten sind, denn in einem freiwilligen System kommt es gerade auf sie an. Kurzum: Wir brauchen eine eigene Aufsicht für die immer wichtiger werdenden Einrichtungen der betrieblichen Altersversorgung, die nicht ein bloßer Annex zur Versicherungsaufsicht ist.

Die Ermächtigungsgrundlagen überstrapazierend gibt Eiopa sich aber dennoch selbst das Mandat, neue Aufsichtsinstrumente, wie etwa eine Holistische Bilanz (HBS), zu entwickeln und munter zu testen.

Auch die Schaffung eines standardisierten privaten EU-Rentenprodukts, eines reinen Sparproduktes, wird mal kurzerhand angedacht. Das, was angesichts der Finanzkrise gut gemeint war, entpuppt sich als alles andere als gut.

Neben dem aufsichtsrechtlichen Rahmen stellen Arbeitgeber zusätzlich oft noch eine Insolvenzsicherung sicher. Vielfach sitzen in den Leitungsgremien Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter. Eine über Knopf, Gürtel und Hosenträger gut gesicherte Hose will Eiopa nun noch am Hemd festnähen, ein solches Kleidungsstück will am Ende niemand haben.

Bild: Aba-Geschäftsführer Klaus Stiefermann (Quelle: Aba)

Tags: ,
- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten