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“Zweitmarkt wird 2015 massiv Fahrt aufnehmen”

27.09.2014 – wichelhaus_bvzl_150Herausforderungen, Trends und Möglichkeiten des internationalen Zweitmarktes sind die Themen einer heute im Münchener Lehnbachhaus vom Bundesverband Vermögensanlagen im Zweitmarkt Lebensversicherungen e.V. (BVZL) angesetzten Konferenz. Nach der Einführung durch Rainer Stinner (FDP, ehemaliger Bundestagsabgeordneter und Obmann des Auswärtigen Ausschusses) geht es mit dem Beitrag: Recycling of German Life Insurance Policies – A Sustainable Approach” direkt in medias res. Autor Ingo Wichelhaus (Executive Director Portigon AG, BVZL Executive Board) skizziert für VWheute die Lage im Kurz-Interview.

VWheute: Welche Dynamik zeigt der deutsche Zweitmarkt?

Ingo Wichelhaus: Nach einer sehr starken Phase des deutschen Zweitmarktes in den Jahren bis 2008 gab es aufgrund der Zurückhaltung von Investoren und eingeschränkter Marktliquidität eine Konsolidierungsphase,  auch bedingt durch die Unsicherheit im Zusammenhang mit der Allokation der Bewertungsreserven, die nun jedoch mit der Umsetzung des LVRG am 7.8.2014 beseitigt ist, was der BVZL sehr begrüßt. Wir gehen davon aus, dass der deutsche Zweitmarkt in 2015 massiv Fahrt aufnehmen wird, weil die Investoren händeringend nach Anlagen suchen, die Aufkäufer wieder sehr gut kapitalisiert sind und das LVRG einen wichtigen Bremsklotz für den Markt entfernt hat. Daher schauen wir als Verband in eine sehr gute Zukunft für den deutschen Zweitmarkt und sind sicher, dass dessen Bedeutung weiter zunehmen wird.

Welche Rolle spielt das Thema Nachhaltigkeit – “A sustainable approach”?

Der deutsche Zweitmarkt bietet für alle Beteiligten Vorteile, benachteiligt keine Partei und ist durch sein gelungenes Stakeholder Engagement ein gutes Beispiel für eine nachhaltige Marktinnovation. Viele, die den deutschen Zweitmarkt bereits als Randerscheinung gesehen haben, müssen nun erkennen, dass er aus dem Wirtschaftskreislauf nicht mehr wegzudenken ist.

Der Zweitmarkt ist ein Beispiel für längere Produktlebenszyklen ohne ständige Neuabschlüsse und insofern Nachweis dafür, dass eine funktionierende Kreislaufwirtschaft auch in der Finanzwirtschaft möglich ist. So sehen das übrigens auch die Vereinten Nationen: Der deutsche LV-Zweitmarkt wurde  2014 in das Lehrbuch „Principles of Responsible Management“ als Musterfall aufgenommen. (Laasch, Conaway (Hrsg.): Principles of Responsible Management”, Andover 2014)

Ergänzend spiegelt sich der Aspekt „Nachhaltigkeit“ auch in der sehr engen Zusammenarbeit des BVZL und seiner Mitglieder  mit den Verbraucherschutzorganisationen, der Öffentlichkeit / Verbrauchern und politischen Meinungsbildnern sowie seinen politischen Positionen wider, in denen sich der BVZL als größter Versicherungsnehmer Deutschlands z. B. seit langem für bessere und verbraucherfreundlichere Standards im Werteausweis der Versicherer einsetzt.

Welches Potenzial hat der LV-Zweitmarkt im Lichte der dauerhaften Niedrigzinsen?

Gerade in der Niedrigzinsphase verzeichnen die deutschen Aufkäufer eine massive Nachfrage von Investoren nach Policen, weil diese im Vergleich zu ähnlich konservativen Anlageformen ein deutlich besseres Renditepotential aufweisen, als dies z.B. Bundesanleihen bieten – die aktuell im zehn Jahres Bereich bei ein Prozent rentieren. Im Vergleich dazu liegt die aktuelle Deklaration der laufenden Überschüsse der deutschen Lebensversicherer noch bei rund 3,4 Prozent. Das ist ein starkes Verkaufsargument.

Andererseits hat auch die Storno – und Verkaufswilligkeit der Versicherungsnehmer nachgelassen, die ihre Police als Kapitalanlage betrachten – auch für die gibt es nicht viele Alternativen auf dem Markt.

Jedoch ist genug Aufkaufpotential am Markt vorhanden – bei einem Stornovolumen von 14, 7 Mrd. Euro in 2013 und den Vorteilen, den die Aufkäufer gegen ein Storno beim Versicherer bieten – nämlich eine i. d. R. höhere Auszahlung als die des Versicherers, sowie den Erhalt eines beitragsfreien Todesfallschutzes.

Die Fragen stellte VWheute-Redakteur Alexander Kaspar.

Bild: Ingo Wichelhaus, (Executive Director Portigon AG, BVZL Executive Board). (Quelle: BVZL)

Link: Übersicht zur englischsprachigen Veranstaltung: International Life Settlement Conference (PDF)

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