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Zinsloch frisst sich in die Biometrie-Produkte

26.02.2016 – heermann_will_lieDurch das Lebensversicherungs-Reformgesetz (LVRG) kann es passieren, dass BU-Versicherte das Loch durch die niedrgen Zinsen mitfinanzieren müssen. “Für BU-Kunden besteht die Gefahr, dass ‘ihr’ Risikoergebnis anteilig zur Verlustdeckung in der Ergebnisquelle Kapitalanlage herangezogen wird”, warnte Assekurata-Geschäftsführer Reiner Will bei der Vorstellung der neuen Studie “Finanzkraft in der Berufsunfähigkeits-Versicherung”.

Die durch das LVRG geschaffene Möglichkeit der Quersubventionierung von Überschüssen ist in der Branche bisher kaum diskutiert worden. Sie stärkt zwar die Risikotragfähigkeit der Unternehmen, kann sich aber für BU-Versicherte und Kunden mit anderen Risikoversicherungen erweisen, und zwar durch steigende Nettoprämien und sogar eine Verschärfung bei der Leistungsregulierung.

Nach Angaben von Assekurata lag die kalkulierte Bruttobestandsprämie 2014 bei durchschnittlich 831 Euro. Bei einem Sofortrabatt aus Risikoüberschüssen in Höhe von 30 Prozent wäre im Falle einer vollständigen Absenkung der Überschussbeteiligung etwa 250 Euro an rabattiertem Zahlbeitrag unter Risiko.

Die BU-Anbieter hätten die Nettobeiträge bisher nur wenig gravierend und vereinzelt an die Bruttobeiträge angepasst. Doch sei diese überwiegende Stabilität kein Garant für die Zukunft. Der potenzielle Ausgleichseffekt des BU-Überschusses zur Stützung der Nettoverzinsung macht nach Aussage der Kölner Rater zwar nur 14 Basispunkte aus, “doch frisst der Teufel in der Not Fliegen”, sagte Will. Diese Gefahr sei umso größer, als die Quersubventionierung ohne Genehmigung der Aufsicht und damit als eine der ersten Optionen zur Krisen-Abwehr gelten könne.

Kunden und Vermittlern wird geraten, sich Netto- und Bruttoprämien anzusehen und die Finanzkraft der Anbieter zu vergleichen. Hier gebe es eine breite Streuung. Die Studie ist zum Preis von netto 629 Euro bei der Assekurata zu beziehen. (lie)

Bild: Lars Heermann und Rainer Will (v.l.n.r.) (Quelle: lie)

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