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Zehn Prozent Marktanteil bei Telematik sind möglich

06.10.2016 – Sommerfeld und Morawetz_LierVon VWheute-Korrespondentin Monika Lier. Nach einem schleppenden Anfang bei telematikbasierten Kraftfahrzeugtarifen scheint sich das Thema im deutschen Markt nun doch durchzusetzen. Fünf bis zehn Prozent Marktanteil scheinen Experten durchaus möglich, wie auf der BusinessForum21-Jahrestagung “Fahrerassistenzsysteme – Autonomes Fahren – eCall – Connected Car” verschiedentlich geäußert wurde.

“Wir werden hier signifikante Marktanteile sehen, auch im Massenmarkt“, sagte Jörg Rheinländer, Generalbevollmächtigter Komposit der Huk-Coburg-Gruppe. Die Huk-Coburg ist seit Anfang dieser Woche mit ihrem ersten, bislang noch auf das Rhein-Main-Gebiet beschränkten Telematik-Tarif unterwegs. Frank Sommerfeld, Vorstandsmitglied der Allianz Versicherung AG, hält es zwar “immer noch verfrüht zu sagen, dass die Telematik im deutschen Markt angekommen ist”, sieht aber erste Schritte. Mit gut 10.000 verkauften Tarifen “Allianz BonusDrive” sind die Münchener bereits Marktführer. Auch Sommerfeld geht davon aus, dass diese Tarife sich künftig nicht ausschließlich auf junge Fahrer fokussieren werden. “Es wird nicht alles prämienrelevant sein”, so Sommerfeld. Die Allianz wie auch die Huk-Coburg räumen jungen Fahrern zehn Prozent Startrabatt sowie weitere 30 Prozent Nachlass bei nachgewiesener umsichtiger Fahrweise ein.

Jürgen Cramer, Chef der Sparkassen DirektVersicherung AG, die aus Kostengründen ihr Telematik-Projekt nicht ausgedehnt hatte, nannte die Rabatte “abstrus“. Im Hinblick auf den insgesamt vergleichsweise geringen Durchschnittsbeitrag für Kraftfahrthaftpflicht und Kasko von 440 Euro bei gleichzeitigem Nettorisiko-Schadenbedarf von 330 Euro und den hohen Telematik-Kosten von 120 bis 150 Euro äußerte sich auch Marco Morawetz, Leiter des Consulting der General Reinsurance AG, skeptisch, ob und wie sich Telematik rechnen kann.

Sinnvoll seien die Tarife mit Rabatten von 30 Prozent – sofern der Schadenbedarf auch entsprechend geringer ist – nur bei Kunden mit hohen Prämien. Nur sechs Prozent der Kunden zahlten (inklusive Versicherungssteuer) Prämien über 1.000 Euro. Wären von diesen die Hälfte für einen Telematiktarif bereit, entspräche das einem Marktanteil von drei Prozent.

Bild: Sommerfeldt und Morawetz. (Quelle: Monika Lier)

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