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Zahlungsmoral in den Schwellenländern sinkt

13.11.2015 – Zahlen_Mario Heinemann_pixelioDer Kreditversicherer Euler Hermes rechnet im kommenden Jahr in den Schwellenländern mit mehr Insolvenzen. Demnach rechnen die Volkswirte 2016 mit unveränderten Fallzahlen und weltweit rund 300.000 Insolvenzen. Diese liegen somit weiterhin drei Prozent über dem Vorkrisenniveau der Jahre 2003 bis 2007. Damit werde erstmals seit sechs Jahren der bislang rückläufige Trend unterbrochen. Die Ursache liege in den Schwellenländern.

So haben derzeit vor allem Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika – die sogenannten BRICS – mit zahlreichen Problemen kämpfen und müssen teilweise einen starken Anstieg bei Zahlungsausfällen und Insolvenzen hinnehmen. Vor allem in China rechnet der Kreditversicherer mit dem weltweit höchsten Anstieg bei den Insolvenzen und steigenden Schäden.

“Die Risiken der steigenden Abhängigkeit von China sind für die Unternehmen bereits 2015 spürbar geworden mit einer um zwei Tage verschlechterten Zahlungsmoral chinesischer Unternehmen und einem Anstieg der Insolvenzen um ein Viertel”, sagt Thomas Krings, Risikovorstand bei Euler Hermes. “Auch 2016 brauchen Exporteure gute Nerven, denn es zeigen sich Risse in der chinesischen Mauer: Die dortige Zahlungsmoral verschlechtert sich nach unserer Einschätzung um zusätzliche vier Tage und die Insolvenzen steigen um weitere 20 Prozent – das ist der höchste erwartete Anstieg weltweit”, ergänzt Krings.

Zudem werde sich die Kluft zwischen Industrie- und Schwellenländern 2016 – sowohl beim Zahlungsverhalten als auch bei den Insolvenztrends – weiter vertiefen, prognostiziert Euler Hermes. So rechnet der Kreditversicherer mit einem durchschnittlichen Anstieg der Insolvenzen von vier Prozent. In der Region Asien-Pazifik sind es laut Euler Hermes sogar zehn Prozent. Hinter Negativrekordhalter China mit einem Plus von 20 Prozent in 2016 bergen im kommenden Jahr vor allem Brasilien (plus 18 Prozent), Taiwan, Singapur und Hongkong (jeweils plus 15 Prozent), Kolumbien und Chile (jeweils plus elf Prozent) sowie Südafrika und Marokko (jeweils plus zehn Prozent) die höchsten Risiken für deutsche Exportunternehmen.

“Jedes zweite Land weltweit verzeichnet nach unserer Ansicht 2016 einen Zuwachs bei den Insolvenzfällen”, sagt Ludovic Subran, Chefvolkswirt der Euler Hermes Gruppe. “Nach einer fünfjährigen Romanze, in der die Schwellenländer mit den größten globalen Wachstumsraten zu den Lieblingen vieler Investoren zählten, stoßen diese nun an ihre Grenzen. Hohe Defizite bei ihrer Leistungsbilanz, ein fragiler Privatsektor und hochpolitische Reformpläne sind oft ein perfekter Sturm, der Kapital aus dem Land fegt. Volatilität und Nervosität bei Investoren sind weitere Unwetterböen – und natürlich erheblich steigenden Kreditrisiken.” (vwh/td)

Bildquelle: Mario Heinemann / pixelio.de

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