Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 
- Anzeige -

Wohngebäudeversicherer zahlen weiter für die Schäden aus 2013

18.01.2016 – Unwetter_Wiesbaden112deNach dem Extremjahr 2013 mit dem schwersten Hagelschaden in der Geschichte der deutschen Versicherer, der Überschwemmung der Elbe und den Stürmen im Norden hat sich die Rückversicherung für Wohngebäudeversicherer merklich verteuert. Belastete Unternehmen waren mit Ratenerhöhungen von 12 Prozent noch sehr gut bedient. Das hinterlässt Spuren in den Bilanzen der Versicherer. Das mildere Klima bringt nicht nur Vorteile mit sich.

Nach intensiven Sanierungsbemühungen ist es den Wohngebäudeversicherern gelungen, die Beitragseinnahmen im Jahr 2014 um satte 7,3 Prozent zu steigern, bei einem unmerklich gewachsenen Vertragsbestand. Doch von den 400 Mio. Euro Mehrprämie blieben den Versicherern für eigene Rechnung nur 100 Mio. Euro. Die Rückversicherung verschlang im Jahr 2014 1,3 Mrd. Euro. Im Jahr 2013 hatten die 59 Wohngebäudeversicherer lediglich eine Milliarde Euro zediert. Daraus erwirtschafteten die Rückversicherer im Jahr 2014 einen technischen Gewinn von knapp 18 Prozent der Zessionsprämie, zeigen Bafin-Tabellen. Dabei war 2014 trotz einiger bemerkenswerter lokaler Schäden ein gutes Jahr, das gleiche gilt für das zurückliegende Jahr 2015. Nach Berechnungen des GDV lag die gesamte Schadenbelastung durch Sturm, Hagel und andere Elementarschäden über alle Sparten mit 2,1 Mrd. Euro nur leicht über dem Jahr 2014.

914 Mio. Euro technischen Verlust hatten die Rückversicherer durch die Naturkatastrophen im Jahr 2013 erlitten. Bei ähnlich gutem Schadenverlauf wie in den letzten beiden Geschäftsjahren würde es vier Jahre dauern, bis dieses Geld zurückverdient ist. Nach Angaben des GDV kam es im neuen Millenium alle fünf Jahre zu einem Ausnahmeschaden durch Elementarereignisse. Davor hatte es zwölf Jahre bis zu einem neuen Katastrophenjahr gedauert. Durch das wärmere Klima gehen die Frostschäden zurück. Doch der Klimawandel bringt nicht nur positive Veränderungen mit sich. Seit 2012 sanieren die Versicherer die Gebäudesparte. Dadurch haben sie zu Beginn eine Million Verträge verloren und dadurch ihr Exposure verringert. Jetzt bleibt der Vertragsbestand stabil.

Die Allianz ist derzeit besonders erfolgreich. 2014 steigerte sie ihren Vertragsbestand um gut 200.000 Verträge auf 2,3 Millionen und hat damit eindeutig die Spitzenposition im Markt zurückgewonnen. Die Stuttgarter SV verliert weiter und hat jetzt nur noch 1,8 Millionen Verträge. Dabei verlangt der Sparkassenversicherer im Schnitt weniger Beitrag, arbeitet kostengünstiger und hat bessere Ergebnisse. 2011 hatten die Stuttgarter mit gut 2 Millionen Verträgen noch vor der Allianz gelegen. Die R+V wächst weiter, gewinnt 26.000 Verträge hinzu und ist nach wie vor bereit, Verluste in dieser Einstiegs-Sparte hinzunehmen, um Kunden zu gewinnen. Axa überholt die Westfälische Provinzial, weil sie im Preis viel stärker aufgeschlagen haben als die Westfalen. Anders als die meisten Gebäudeversicherer hatten die Münsteraner ein schlechtes Schadenjahr. 2013 waren sie noch verschont geblieben. (ba)

Bildquelle: Wiesbaden112.de

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

Verlag Versicherungswirtschaft | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten