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Wohngebäude: „Defizitär seit dem zweiten Weltkrieg“

12.11.2013 – HagelschadenIn diesem Jahr wird die strukturell untertarifierte Wohngebäudesparte wohl einen weiteren Negativrekord aufstellen. Auf 133 Prozent der Beitragseinnahmen schätzt die E+S Rück die Schaden-Kosten-Quote. Seit zehn Jahren liegt diese selbst in guten Jahren über der Hundert-Prozent-Marke. „Absolut unprofitabel“ nennt das Michael Pickel.

„Hagel hat in Wohngebäude keiner auf dem Schirm gehabt“, sagte der Vorstand der E+S Rück weiter in Baden-Baden. Von den Folgen des Hagelschlags ist die Stuttgarter SV am stärksten betroffen. Auf 600 Mio. Euro beläuft sich ihr Schaden durch „Andreas“. Das Hochwasser vom Juni betrifft vor allem die Allianz. Sie rechnet mit 500 Mio. Euro Schaden durch die Fluten, 350 Mio. Euro davon trägt sie im Selbstbehalt. Vor zehn Jahren hat die Allianz in ihren Verträgen eine Beitragsanpassungsklausel eingeführt. Das erleichtert den Münchenern jetzt, überfällige Preiserhöhungen durchzusetzen.

Untertarifiertes Geschäft soll jetzt endgültig der Vergangenheit angehören. „Ich gehe davon aus, dass es wenige gibt, die das weiter machen“, sagte Pickel. „Die deutschen Versicherer arbeiten intensiv daran, den richtigen Preis zu finden“, bestätigt Arno Junke von der Deutschen Rück.

Profitabel arbeiten derzeit eigentlich nur die öffentlichen Versicherer. Doch die einstigen Monopolanstalten verlieren immer mehr an Marktanteil. Das Preisargument zieht. Die unvermeidliche Sanierung wird das Pendel wohl wieder in Richtung der Provinzialer und Versicherungskammern zurückschwingen lassen. Sie arbeiten in ihrer Brot-und-Butter-Sparte deutlich kostengünstiger als die Wettbewerber. (vwh)

Mehr in der kommenden Ausgabe der Versicherungswirtschaft 22/2013 vom 15.11.2013.

Foto: Hagelkörner haben die Hausfassade regelrecht zerschossen. (Quelle: GDV)

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